Sechs schwierige Mitarbeiter-Typen und wie Sie mit Ihnen umgehen

Sechs schwierige Mitarbeiter-Typen und wie Sie mit Ihnen umgehen

Ständig wissen sie alles besser, jammern vor sich hin oder tun einfach gar nichts: Schwierige Mitarbeiter können selbst der besten Führungskraft den Arbeitsalltag vermiesen. Manchmal liegt das nur an einer „schlechten Chemie“ zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter, ein anderes Mal ist die betreffende Person schlichtweg mit den unpassenden Aufgaben betraut – in diesen Fällen lässt der Knoten sich schnell lösen. In einigen Fällen hat nicht nur der Vorgesetzte, sondern das ganze Team Herausforderungen mit dem betreffenden Mitarbeiter, Teamgeist und Unternehmenserfolg sind dauerhaft gefährdet. Dann gilt es, den jeweiligen „Problemtypen“ zu identifizieren und angemessen zu agieren.

Schwieriger Mitarbeiter Nummer 1: der Gewohnheitsjammerer

Der Gewohnheitsjammerer sieht grundsätzlich eher Probleme als Chancen, das Glas ist für ihn prinzipiell halb leer statt halb voll. Abgesehen davon, dass diese Opfertypen nerven und die anderen von ihrer Arbeit abhalten, zeichnen sie sich durch ihr mangelndes Verantwortungsgefühl aus. Sie zeigen mit dem Finger auf jeden (tatsächlichen oder vermeintlichen) Mangel, sind jedoch überzeugt davon, nichts daran ändern zu können.

Was Sie dagegen tun können: Lassen Sie den Jammerlappen einmal so richtig schwarzmalen – und hören Sie aufmerksam zu. So zeigen Sie Ihre Wertschätzung und entdecken ganz nebenbei möglicherweise echtes Optimierungspotenzial in Ihrem Unternehmen. Sind seine Klagen tatsächlich unbegründet, fragen Sie den Gewohnheitsjammerer, was er zur Verbesserung seiner Situation zu tun gedenkt. Wenn Sie sich seine Beschwerden immer und immer wieder aufs Neue anhören, landen Sie schnell in einer Endlos-Schleife.

Schwieriger Mitarbeiter Nummer 2: der Schönredner

Dieser Typ von schwierigem Mitarbeiter ist das genaue Gegenteil vom Gewohnheitsjammerer. Laut und fröhlich ist er jedermanns bester Freund und besonders gerne an Wasserspender oder Kaffeemaschine anzutreffen. Dort erzählt er jedem, der es hören möchte (und auch allen anderen), dass alles „super“ läuft und es „keine Probleme“ gebe. Der Haken daran: Es passiert nichts. Angelegenheiten werden verschleppt und Anforderungen ungelöst. Der Schönredner beherrscht vor allem eine Kunst in Perfektion: Er macht viel Lärm um nichts.

Was Sie dagegen tun können: Nutzen Sie die sozialen Kompetenzen dieses Mitarbeiters! Richtig eingesetzt, ist ein Schönredner wunderbar für die Stimmung im Team und bei den Kunden. Wichtig ist es dabei, seine Energie zu kanalisieren: Definieren Sie klare Verhaltensregeln und feste Zeiten für soziale Aktivitäten. Lassen Sie den Schönredner nicht entwischen und fordern Sie konkrete Ergebnisse ein, die in regelmäßigen Gesprächen überprüft werden.

Schwieriger Mitarbeiter Nummer 3: der Besserwisser

Sätze wie „Das kann man doch so nicht machen!“ oder „Ich denke, dafür gibt es noch eine bessere Lösung“ sind typisch für diese Art des schwierigen Mitarbeiters. Wenn man ihn nur ließe, würde er den ganzen Laden vollkommen anders organisieren – leider muss er sich jedoch mit irrelevanten Aufgaben beschäftigen. Deshalb beschränkt er sich aufs Nörgeln – solange er selbst seine Impulse nicht umsetzen muss, geht er dabei ja kein Risiko ein. Dreht er in einem Meeting so richtig auf, geht es schnell nicht mehr um die Sache, sondern nur noch darum, seine Ansichten zu widerlegen.

Was Sie dagegen tun können: Oftmals steckt in dem Besserwisser ein verhinderter Aufsteiger: Er fühlt sich zu Höherem berufen und möchte dem Vorgesetzen seine Kompetenz demonstrieren. Mit seinen ständigen Belehrungen strebt er nach Bewunderung und Sympathie. An dieser Stelle können Sie ihn packen: Bringen Sie immer wieder zur Sprache, dass Sie von ihm die Erreichung – möglichst hoch gesteckter – Ziele erwarten. Fragen Sie ihn nach Gründen, wenn er diese nicht erreicht, und halten Sie ihn in Meetings an der kurzen Leine.

Schwieriger Mitarbeiter Nummer 4: der Neinsager

Dieser Typ von schwierigem Mitarbeiter ist prinzipiell mit gar nichts einverstanden. Er hinterfragt Entscheidungen, sabotiert Mehrheitsentscheidungen – und selbst sein Ja wird immer von einem Aber gefolgt. Meist hat dieses Verhalten gar nichts mit Ihnen zu tun, sondern mit seinem grundsätzlichen Problem mit Autoritäten. Vielleicht fühlt er sich auch übergangen, weil Sie befördert worden sind und er nicht – deshalb bekämpft er sie, offen und verdeckt.

Was Sie dagegen tun können: Denken Sie stets daran: Es geht nicht um die Sache. Er akzeptiert Sie nicht als Führungskraft oder hat ein grundsätzliches Problem mit Autoritäten. Wichtig ist hierbei, dass Sie sich auf keinen Fall provozieren lassen, den unfairen Angriff stoppen und dabei im Dialog bleiben. Mögliche Wege dazu sind, ausschließlich auf den sachlichen Anteil einer Aussage einzugehen, humorvoll zu reagieren oder den Angriff unmissverständlich zur Sprache zu bringen und dann wieder zur Sache zurückzukehren. Hilft das alles nicht, können Sie das Meeting auch verschieben und den schwierigen Mitarbeiter öffentlich zu einem Vier-Augen-Gespräch bitten.

Schwieriger Mitarbeiter Nummer 5: der Jasager

Auf den ersten Blick der Traum einer jeden Führungskraft: Dieser Mitarbeiter ist immer mit allem einverstanden. Das ist bequem, bringt das Team und das gesamte Unternehmen jedoch nicht wirklich weiter. Meist steckt dahinter ein Mensch in der inneren Kündigung: Er will vor allem seine Ruhe haben. Seine Arbeit erledigt er ohne Engagement, Kritik an sich selbst oder anderen zu üben ist ihm fremd.

Was Sie dagegen tun können: Dieser Mitarbeiter benötigt einen Vorgesetzten, der auf ihn zukommt und ihn „erlöst“. Würdigen Sie seine Leistungen und bieten Sie im Lösungsvarianten an – das kann die Übertragung einer neuen Aufgabe oder der Übergang in Altersteilzeit sein. Viele Jasager tauen auf, wenn sie sehen, dass sie vom Unternehmen gebraucht werden und ihre Erfahrungen beispielsweise an Auszubildende oder Praktikanten weitergeben dürfen.

Schwieriger Mitarbeiter Nummer 6: der faule Apfel

Mitarbeiter, die nicht durch explizites Fehlverhalten auffallen, sondern „lediglich“ dauerhaft negativ eingestellt sind, stellen eine der größten Herausforderungen für Führungskräfte dar. Im besten Fall sind sie nur bequem und machen sich auf Kosten der anderen einen lauen Lenz, im schlimmsten Fall handelt es sich um echte Intriganten, die Kollegen entzweien oder einen Keil zwischen Sie und das Team treiben. Das Schlimmste daran: Wie ein fauler Apfel stecken diese schwierigen Mitarbeiter die ganze Kiste an. Die anderen Mitarbeiter fragen sich, warum sie so viel arbeiten, wenn man doch offensichtlich auch mit Faulheit durchkommt.

Was Sie dagegen tun können: Unterschätzen Sie nicht die Signalwirkung, die es hat, wenn Sie einen faulen Apfel ignorieren! Auf die Dauer untergräbt ein solcher Mitarbeiter die Motivation des gesamten Teams. Suchen Sie deshalb das Gespräch mit dem betreffenden Mitarbeiter und fragen Sie ihn nach den Gründen für sein Verhalten. Zeigen Sie ihm auf, welche Auswirkungen seine Haltung auf das Team hat und suchen Sie gemeinsam mit ihm nach Lösungsmöglichkeiten. Verhält er sich dauerhaft unkooperativ, kann eine Versetzung oder eine Kündigung manchmal die beste Lösung für das große Ganze sein.

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Wertschätzung schwieriger Mitarbeiter als Schlüssel zur Mitarbeitermotivation

Erkennen Sie den einen oder anderen wieder? Unabhängig davon, mit welchem Typ von schwierigem Mitarbeiter Sie es in Ihrem Unternehmen zu tun haben: Haben Sie das menschliche Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung im Blick. Wer sich über alle Grenzen hinweg anstrengt, dauernd jammert oder alles besser weiß, möchte möglicherweise nur beachtet werden – wenn Sie darauf nicht eingehen, ist die Gefahr groß, dass nachgelegt wird. Sobald Sie wissen, mit welchem Typ von schwierigem Mitarbeiter Sie es zu tun haben, agieren Sie entsprechend: Muntern Sie den Jammerer mit einer kurzen Bemerkung auf, nehmen Sie den Besserwisser beim Wort und übertragen Sie ihm eine herausfordernde Aufgabe, fordern Sie konkrete Ergebnisse vom Schönredner ein. So zeigen Sie Ihre Wertschätzung und fördern gleichzeitig Teamgeist und Unternehmenserfolg.

 

Fotoquelle Titelbild: © Fotolia/ dbunn

By | 2017-02-12T18:29:54+00:00 21. September 2016|Mitarbeiterführung, Personalführung|