Warum aus Unternehmensleitbildern häufig Leidbilder werden

Warum aus Unternehmensleitbildern häufig Leidbilder werden

«Wir sind das führende Unternehmen der Branche. Unsere Mitarbeiter suchen nach ständigen Verbesserungen unserer Produkte. Unsere Umsatzzahlen liegen über dem Durchschnitt. Unsere Werte sind Fairness, Freundlichkeit und Verantwortung….»

Kennen Sie diese Art von Texten? Möglicherweise hängt über Ihrem Schreibtisch auch so einer! Es soll Chefs geben, die am Wochenende solche Leitbilder – besser gesagt: Leidbilder – aus einem Management-Handbuch abschreiben, sie am Montagmorgen auf den Kopierer werfen und dann eben schnell ein paar dutzendmal im Unternehmen verteilen lassen. Schließlich will man ja die Mitarbeiter an den neuen bahnbrechenden, «eigenen» Ideen teilhaben lassen.

Unternehmensleitbilder, die nicht gelebt werden

Hand aufs Herz: Wenn Sie Ihr Leitbild anschauen – sofern Sie eins haben – lebt es oder ist es nichts weiter als ein Stück beschriebenes Papier? Versprechungen oder Vorgaben, die im Unternehmensalltag nicht gelebt werden, demotivieren Mitarbeiter.
Wann haben Sie sich zum letzten Mal mit dem Inhalt beschäftigt? Fragen Sie einmal Ihre Mitarbeiter, wer Ihr Leitbild sinngemäß kennt. Wird es in Ihrem Unternehmen gelebt?

Es sind diese gleichen, nichtssagenden und austauschbaren Texte, die in Unternehmen irgendwo und irgendwie herumhängen und die nichts bei niemandem bewirken. Vor allem keine Begeisterung!

Gegen den Inhalt wird bei genauerem Hinsehen eher oft verstoßen und CI-Richtlinien nicht eingehalten:
Statt der zugesagten Freundlichkeit sind die Mitarbeiter und Vorgesetzten muffelig. Statt der versprochenen Zuverlässigkeit, lässt man die Kunden auf Lieferungen warten. In den meisten Visionen dominieren oft egozentrierte Wörter wie «wir» und «unser». Sogar die allerwichtigste Person – der Kunde – kommt oft nicht darin vor. Der Kunde muss Bestandteil der Vision sein. Denn der gesamte Betrieb ist um des Kundens Willen und nicht um seiner selbst Willen da.

Tipps für Ihr Leitbild:

  • Es wird von allen Mitarbeitern mitgetragen und gemeinsam entwickelt.
  • Es ist einzigartig.
  • Es gibt eine Richtung für die Zukunft vor.
  • Es ist einfach geschrieben und leicht verständlich.
  • Es ist SINN-stiftend.
  • Es enthält einen klaren Bezug zu Ihren Kunden.
  • Es wirkt begeisternd.

Ein Leitbild entwickeln und im Unternehmen umsetzen

Wenn Sie sich im Moment noch außerstande sehen, kein abgekupfertes, sondern ein von Herzen kommendes, echtes und auf Ihr Unternehmen zugeschnittenes Leitbild zu entwickeln, dann lassen Sie es fürs Erste bleiben. Sie werden merken, wenn der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Falls Sie es sich zutrauen, ein Leitbild zu entwickeln, so lassen Sie sich von folgenden Fragen leiten: Was erscheint Ihnen heute völlig unmöglich, für Ihre Kunden zu tun, wäre jedoch fantastisch, wenn es gelänge? Wie würde dies Ihr Unternehmen – Sie und Ihre Mitarbeiter eingeschlossen – verändern?

Falls Sie schon ein Leitbild haben, das offensichtlich nicht gelebt wird, so ist es nichts weiter als ein Energiefresser. Möglicherweise liegt nur ein Häufchen Asche darüber und das kleine Flämmchen lässt sich wieder zum Leben erwecken und in ein großes Feuer verwandeln.

Gerade wenn Sie mit Kundenbegeisterung starten wollen, ist es wichtig, erst einmal QuickWins – schnelle, kleine Erfolge – zu erzielen, anstatt sich zu viel auf einmal vorzunehmen. Denken Sie sich ein paar kleine Überraschungen aus, die zu Ihrem Unternehmen passen und mit denen Sie Ihren Kunden eine Freude bereiten können. Das wirkt!

Sie wollen mehr erfahren? Fordern Sie gleich hier weitere Begeisterungstipps an.

By | 2017-05-29T09:40:53+00:00 29. Mai 2017|Mitarbeiterführung, Mitarbeitermotivation|