Die wichtigsten Voraussetzungen für motivierte Mitarbeiter

Die wichtigsten Voraussetzungen für motivierte Mitarbeiter

Motivierte Mitarbeiter – begeisterte Kunden – glückliche Vorgesetzte. In der Theorie ganz logisch, oder? In der Praxis hakt es jedoch häufig schon beim ersten Punkt: den motivierten Mitarbeitern.

Aus diesem Grund erfahren Sie in diesem Beitrag, mit welchen Voraussetzungen Sie Ihr Team so motivieren können, dass es ganz von selbst Lust bekommt, überdurchschnittliche Arbeit zu leisten und jeden einzelnen Kunden zu begeistern – und zwar jeden Tag aufs Neue.

Warum motivierte Mitarbeiter noch immer die Ausnahme sind

Der Treibstoff auf dem Weg zur KundenBegeisterung ist die Motivation. Sie treibt uns an, unsere Ziele zu erreichen. Ist die Motivation erschöpft, entfällt auch der Antrieb, das ursprüngliche Ziel zu verfolgen – und in vielen Unternehmen ist das schon längst geschehen. Laut aktuellen Zahlen des Gallup Instituts sind lediglich 16 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland hoch motiviert. 68 Prozent machen Dienst nach Vorschrift und weitere 16 Prozent haben innerlich schon längst gekündigt.

Interessant ist, woraus die Wissenschaftler die Motivationsmisere ableiten, nämlich aus der geringen emotionalen Bindung der Arbeitnehmer an ihre Unternehmen. Stellen wir uns deshalb zunächst die Frage: Wie kann es dazu kommen? In verschiedenen Umfragen hat sich herausgestellt: Motivationskiller Nummer 1 ist der Führungsstil des direkten Vorgesetzen. Demotivierte Mitarbeiter kritisieren in erster Linie einen Mangel an Lob und Anerkennung und geben häufig an, dass sie eine Position ausfüllen müssen, die nicht zu ihnen passt. Mit verheerenden Folgen, denn wie soll Ihr Team unter solchen Umständen in der Lage sein, seine Kunden zu begeistern? Lassen Sie uns deshalb nun untersuchen, was Sie tun können, um aus demotivierten Angestellten motivierte Mitarbeiter zu machen, die Ihr Unternehmen wirklich voranbringen.

Motivierte Mitarbeiter? Mit diesen Maßnahmen erreichen Sie Ihr Ziel

Ein dicker Gehaltsscheck muss als Motivation reichen. Das ist noch immer die Haltung vieler Führungskräfte – doch sie ist äußerst kurzsichtig, denn die Motivationsforscher dieser Welt wissen schon lange, dass Bezahlung nur begrenzt etwas mit Leistung zu tun hat. Natürlich müssen Ihre Mitarbeiter in der Lage sein, sich mit ihrem Job ein gutes Leben zu finanzieren, doch wird diese Tatsache sicher nicht als Motivation dienen, jeden Tag die Extrameile zu gehen. Wie geht es also besser?

Die besten Garanten für motivierte Mitarbeiter sind Anerkennung, Eigenverantwortung, Gestaltungsmöglichkeiten und ein bewusst gefördertes Zugehörigkeitsgefühl. Wer das Gefühl hat, wertgeschätzt und gebraucht zu werden, wird sich auch bei einem hohen Arbeitspensum stets ins Zeug legen, um sein Team voranzubringen.

Mehr als nur Standard: Warum Selbstverständliches nicht reicht, um Außergewöhnliches zu bekommen

Überraschend ist das nicht, denn bereits 1968 veröffentlichte Frederick Herzberg, Professor für Arbeitswissenschaft und klinische Psychologie, Erkenntnisse, die genau in dieselbe Richtung gehen.

Sicherheit, Bezahlung, Arbeitsbedingungen – all diese Punkte zählte der US-amerikanische Wissenschaftler zu den sogenannten Hygienefaktoren, die zwar zufriedenstellen, doch noch lange nicht motivieren. Für motivierte Mitarbeiter, die begeistert bei der Sache sind, brauchte es seiner Ansicht nach mehr, nämlich Erfolg, Anerkennung, Verantwortung und ein spürbares Vorwärtskommen. Und daran hat sich in den vergangenen fast 50 Jahren seit seiner Publikation nichts geändert.

Was empfahl der renommierte Motivationsforscher genau für den Führungsalltag?

  • Kontrollen abschaffen und Verantwortlichkeiten beibehalten
  • Die Verantwortung des Einzelnen für seine Arbeit ausdehnen.
  • Den Mitarbeitern eine zusammenhängende, vollständige Arbeitseinheit zuteilen.
  • Den Mitarbeitern mehr Befugnisse und mehr Unabhängigkeit geben.
  • Periodische Berichte den Mitarbeitern direkt zugänglich machen – und nicht nur den Vorgesetzen.
  • Schwierige und neue Aufgaben einführen, die zuvor noch kein Bestandteil der Tätigkeit waren.
  • Einzelnen Mitarbeitern spezialisierte Aufgaben geben, damit sie sich zu Experten entwickeln können.

Herzberg setzte eindeutig darauf, Mitarbeitern Verantwortung zu übertragen, sie dann trotzdem auch machen zu lassen, ohne ihnen ins Werk zu pfuschen. Dieses Prinzip nannte er Job Enrichment – ein Begriff, den wir auch heute noch verwenden.

Zuckerbrot oder Peitsche – Was wirkt besser?

Kaum ein Mitarbeiter geht von alleine motiviert in die Arbeit – und genau deshalb sind die Vorgesetzten in der Pflicht. An ihnen liegt es, ob ihre Mitarbeiter Gas geben oder sich in den Schmollwinkel der inneren Kündigung zurückziehen. Welche Bedingungen in jedem Fall gegeben sein müssen, um motivierte Mitarbeiter – und damit auch glückliche Kunden – zu schaffen, haben wir bereits erörtert, nun geht es um die Frage: Zuckerbrot oder Peitsche? Welcher Führungsstil ist besser?

Kaum verwunderlich haben zahlreiche Untersuchungen mittlerweile bestätigt, dass Zuckerbrot die bessere Wahl ist. Oder glauben Sie etwa, dass ein Unternehmen, bei dem sich die Angestellten fragen müssen, wer als nächstes gefeuert wird, motivierte Mitarbeiter hervorbringen kann?
Starre Vorgaben und Gängeleien schüchtern ein und machen unselbstständig. Erinnern Sie sich vielleicht noch an einen besonders strengen Lehrer in der Schule? Dann wissen Sie, dass derjenige, der ständig gesagt bekommt, was er zu tun hat, irgendwann auch nur noch das macht, was man ihm sagt. Und schlimmer noch: Wer Angst haben muss, denkt schlechter. Das ist erwiesen.

Einer der verheerendsten Sätze, die ein Chef gegenüber seinen Mitarbeitern verwenden kann, ist deshalb: «Hier ist jeder ersetzbar! » Rein rational mag das ja stimmen, doch Engagement wurzelt auch in dem Gefühl, persönlich geschätzt und gebraucht zu werden. Wer volle Leistung bringen soll, muss sich mit dem Unternehmen identifizieren können und das Gefühl haben, dazuzugehören.

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Blick hinter die Kulissen: Welche Motivatoren funktionieren für wen?

Bleibt noch die für Führungskräfte spannende Frage, ob es ein Patentrezept gibt, um unterschiedlichste Mitarbeiter im selben Maße zu motivieren. Die klare Antwort: Nein, das gibt es nicht. Grundsätzlich sind die genannten Motivatoren zwar für alle Angestellten relevant, doch gibt es natürlich auch graduelle Unterschiede. Der eine Mitarbeiter braucht besonders viel Lob und Bestätigung; ein anderer nicht ganz so viel. Der eine sucht fachliche Anerkennung, dem anderen ist es wichtiger, dass seine Freundlichkeit und seine menschlichen Qualitäten gewürdigt werden. Auch die persönliche Lebenssituation Ihrer Mitarbeiter spielt eine Rolle: Während junge Teammitglieder möglicherweise mit Kinderbetreuungsmöglichkeiten motiviert werden, sind für ältere Mitarbeiter unter Umständen kostenlose Gesundheitskurse elementar.

Sie sehen schon: Motivation hat viel mit der individuellen Situation einer Person zu tun, doch wenn Sie bereit sind, genau hinzuschauen und sich Zeit für Ihre Mitarbeiter zu nehmen, sind Sie auf einem guten Weg. Kommen dann auch noch ein gutes Arbeitsklima, persönliche Wertschätzung, Eigenverantwortung und Zielklarheit für Ihre Mitarbeiter dazu, können Sie bald schon den Lohn Ihrer Mühen genießen: motivierte Mitarbeiter, glückliche Kunden und ein dickes Plus auf dem Unternehmenskonto.

 

Fotoquelle Titelbild: © Fotolia / contrastwerkstatt

By | 2017-02-12T18:29:53+00:00 5. Oktober 2016|Mitarbeitermotivation, Personalführung|