Warum die Unternehmenskultur über Erfolg- und Misserfolg entscheidet

Warum die Unternehmenskultur über Erfolg- und Misserfolg entscheidet

Wie soll der Funke überspringen, wenn kein Feuer brennt? Oder anders gefragt: Wie können Sie erwarten, dass Ihre Mitarbeiter bei den Kunden für Begeisterungsstürme sorgen, wenn sie selbst nur wenig begeistert sind? Falls Sie jetzt denken, dass ein ordentliches Gehalt doch Anreiz genug sein muss, damit jeder sein Bestes gibt – nein, das reicht noch lange nicht aus, denn wie so häufig sind es auch hier die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Bevor ich Ihnen gleich verrate, wie Sie Ihre Unternehmenskultur in eine Begeisterungskultur umwandeln können, lassen Sie mich vorher noch kurz erklären, was Sie von diesem Schritt haben.

Letztlich ist der Zusammenhang ganz einfach: Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter begeistern, begeistern die Mitarbeiter ihre Kunden, und die Kunden begeistern mit ihrem Kaufverhalten wiederum das Unternehmen, das sich dadurch von der immer härter werdenden Konkurrenz abheben kann.

In der Realität sieht das jedoch häufig ganz anders aus: Laut dem Engagement-Index des Gallup-Instituts aus dem Jahr 2015 sind nur 15 Prozent der Angestellten mit Haut und Haar bei der Sache – und dass 70 Prozent Dienst nach Vorschrift machen, macht die Sache auch nicht unbedingt besser. Insbesondere dann nicht, wenn man in Betracht zieht, dass der Schaden, den unmotivierte Mitarbeiter Jahr für Jahr anrichten, bei rund 92-121 Mrd. Euro liegt. Der Unternehmenserfolg entscheidet sich auf den letzten Metern, und tolle Anzeigen sind rausgeworfenes Geld, wenn kaufwillige Kunden von unmotivierten Mitarbeitern in die Flucht geschlagen werden. Vor diesem Hintergrund deshalb noch einmal die Frage: Wie können Sie erwarten, dass der Begeisterungsfunke auf Ihre Kunden überspringt, wenn die dafür zuständigen Mitarbeiter nicht selbst Feuer und Flamme sind?

Und es sind nicht nur die nackten Zahlen, die für eine von Begeisterung geprägte Unternehmenskultur sprechen: Schaffen Sie es, in Ihrem Unternehmen für mehr Begeisterung zu sorgen, werden Sie zudem auch noch mit kreativeren Mitarbeitern und einer angenehmeren Arbeitsatmosphäre belohnt.

So schaffen Sie eine Unternehmenskultur, in der Arbeiten Spaß macht

Dass die emotionale Bindung der Mitarbeiter an ein Unternehmen häufig zu wünschen übrig lässt, liegt nicht zuletzt an der Rolle der Führungskraft. Je besser sie in der Lage ist, den Bedürfnissen der einzelnen Angestellten entgegenzukommen, desto stärker werden sich diese mit dem Unternehmen identifizieren. Mit Bedürfnissen sind neben der Bezahlung auch vielversprechende Weiterbildungsmöglichkeiten gemeint. Klar, die finanzielle Entlohnung muss passen, doch das ist nur die Basis, auf der alle anderen Motivatoren aufbauen sollten. Wirklich wichtig sind Dinge wie Anerkennung für das Geleistete, persönliche Wertschätzung, Gestaltungsspielräume, Zielklarheit und das Vermitteln eines Zugehörigkeitsgefühls.
Lassen Sie uns diesen Motivatoren nun einmal genauer auf den Grund gehen:

Geförderte Mitarbeiter sind glückliche Mitarbeiter

Jedes Unternehmen sollte das Ziel vor Augen haben, seine Mitarbeiter emotional zu binden. Das ist häufig eine große Herausforderung, und es gibt erprobte Wege, um eine Unternehmenskultur zu schaffen, die dieses Ziel befördert. Prinzipiell gilt, dass eine individuelle Förderung und Forderung jedes einzelnen Teammitglieds den besten Nährboden für Begeisterung darstellt. Und in der Regel strahlt diese Begeisterung dann weiter aus, sodass sich immer wieder neue motivierte Bewerber finden werden, die genau nach diesem Arbeitsumfeld suchen.
Doch wie kann das Prinzip „fordern und fördern“ nun konkret aussehen? Eine der wichtigsten Aufgaben von Führungskräften sollte immer sein, sich darum zu bemühen, die richtigen Leute an die richtigen Positionen zu setzen. Jeder Mitarbeiter hat seine ganz persönlichen Stärken und Schwächen, und je besser diesem Umstand Rechnung getragen wird, desto eher wird er auch dazu in der Lage sein, ehrgeizig Höchstleistungen abzurufen.

Doch das ist noch lange nicht alles, denn Begeisterung kann nur entstehen, wenn Sie Ihre Mitarbeiter in die Lage versetzen, eigenverantwortlich zu handeln. Was halten Sie denn davon, den Begriff „Arbeitsplatz“ in „Wirkungsplatz“ umzutaufen?
An einem Wirkungsplatz steht den Mitarbeitern ein Handlungsspielraum zur Verfügung, innerhalb dessen er sein volles Potenzial entfalten kann. In den von Ihnen gesetzten Grenzen kann er so Verantwortung beweisen und seine eigenen Ideen einbringen, um den Unternehmenserfolg voranzutreiben. Für den Mitarbeiter ist das gleichbedeutend mit Wertschätzung, Anerkennung und dem Gefühl, dass Sie ihm etwas zutrauen. Gute Leistungen müssen gelobt werden, denn wer gezielt lobt, der stillt nicht nur das menschliche Bedürfnis nach Anerkennung, sondern er zeigt seinen Mitarbeitern auch, welches Verhalten er sich zukünftig von ihnen erwartet. Für eine Unternehmenskultur, in der Begeisterung gelebt wird, sind das unverzichtbare Voraussetzungen.

Angst hat in einer begeisternden Unternehmenskultur keinen Platz

Die Tatsache, dass Sie Ihrem Team ein großes Maß an Eigenverantwortung zugestehen, bringt natürlich auch mit sich, dass Sie Ihre Mitarbeiter für mögliche Fehler in die Pflicht nehmen dürfen und sollen. Wichtig hierbei ist allerdings, dass Sie darauf achten, nicht zum Schreckgespenst werden. In einer gesunden Unternehmenskultur hat niemand Angst, für sein Versagen bestraft zu werden, denn Fehler sind auch immer eine Chance, aus ihnen zu lernen. Geben Sie Ihren Mitarbeitern also die Möglichkeit, ihre Fehler zu erkennen und gegebenenfalls zu korrigieren, ohne gleich mit drastischen Maßnahmen zu drohen. Die Motivation Ihres Teams wird sich in einer solch angstfreien Umgebung deutlich erhöhen, und letztlich werden Sie dadurch auch die Erfolgsquote Ihres Unternehmens nachhaltig steigern. Verstehen Sie mich nicht falsch: Natürlich muss auf Nachlässigkeiten reagiert werden, und ungewöhnliche Lösungsansätze, die es Ihnen erlauben, sich von der Konkurrenz abzuheben, können nur in einem Umfeld entstehen, das bewusst Raum für kreatives Denken lässt – und dabei können eben auch Fehler passieren. Manchmal ist es sogar am besten, einfach darüber zu lachen, denn mit Humor geht vieles leichter. Tatsachlich ist nachgewiesen, dass gemeines Lachen nicht nur die Kreativität im Team fördert, sondern auch Konflikte entschärft und somit für ein angstfreies, offenes Arbeitsklima sorgt. Und genau das ist die Voraussetzung, damit Ihre Mitarbeiter begeistert wachsen und diese Begeisterung dann auch an die Kunden weitergeben können.

Klare Ziele stiften Sinn

Wer auf begeisterte Mitarbeiter zählen möchte, muss in der Lage sein, ihnen den Sinn ihrer Aufgaben zu vermitteln. Und zwar eindeutig, positiv und lösungsorientiert. Gute Ziele motivieren und lösen einen Sog aus, der mitzieht, schlechte Ziele erzeugen Druck und Leistungszwang. Das klassische Ziel der Umsatzsteigerung gehört in die letztere Kategorie, denn es hat keinerlei Anziehungskraft für den Einzelnen, außer vielleicht für den Unternehmer selbst. Viel besser ist es deshalb, sich zu überlegen, wie Sie Ihre Mitarbeiter für Ihre Vision begeistern können. Mit welchem Ziel wurde das Unternehmen gegründet? Wie verbessern Sie das Leben Ihrer Kunden? Und wie können Ihre Mitarbeiter dazu beitragen? All diese Fragen sollten beantwortet werden, um aus sachlichen Handlungsanweisungen emotional besetzte Ziele zu machen, für die es sich lohnt, sein Bestes zu geben. Natürlich kann die Arbeit nicht immer Spaß machen, das ist klar, doch wenn der Sinn der von Ihnen gesetzten Ziele klar zu erkennen ist, dann werden Ihre Mitarbeiter auch bereit sein, jederzeit Vollgas zu geben, um sie zu erreichen.

Gemeinsam geht Vieles leichter

Haben Sie eine Ahnung, wie viele Menschen sich während der Arbeit sehnlichst den Feierabend herbeiwünschen? Es sind viel zu viele! Die wichtigsten Gründe hierfür habe ich Ihnen bereits genannt. In den meisten Fällen fehlt es den Mitarbeitern schlicht und einfach an Entfaltungsmöglichkeiten, und ohne ausreichend Wertschätzung fühlt sich der übliche Dienst nach Vorschrift einfach sinnlos an. Wenn man dann fragt, was die Arbeitstage dennoch erträglich macht, kommt meistens eine Antwort: die Kollegen. In einer Welt, die immer mehr Einzelkämpfer produziert, suchen wir nach Zusammenhalt und dem vielbeschworenen Wir-Gefühl. Diese Sehnsucht, die ein wichtiger Motivator sein kann, wird immer noch viel zu wenig bedient. Meistens bleibt es bei der kurzen Plauderei in der Kaffeeküche – und das, obwohl eine positiv besetzte Kommunikation nachweislich für gute Stimmung sorgt und zusammenschweißt. Eine begeisternde Unternehmenskultur ist immer auch eine Kultur des Miteinanderredens. Und zwar nicht nur innerhalb der Mitarbeiter, sondern auch über Hierarchieebenen hinweg. Bestärken Sie Ihre Leute also in dem Gefühl, dass ihre Meinung wichtig ist, und geben Sie ihnen die Möglichkeit, bei gemeinsamen Aktivitäten abseits des Arbeitsplatzes zusammenzuwachsen. Kurzfristig mag das vielleicht Überwindung kosten, doch mittelfristig macht sich dieses Vorgehen bezahlt. Sie wissen ja: Im Team schafft man mehr, und wenn sich jeder Einzelne zugehörig fühlen darf, wird das Begeisterungslevel Ihrer Mitarbeiter schon bald steigen.

Die nächsten Schritte auf Ihrem Weg zu mehr Begeisterung

Welcher Geist soll in Ihrem Unternehmen herrschen? Wie können Sie das, was jedes Unternehmen tut, anders und mitarbeiterfreundlicher gestalten? Welche zusätzlichen Begeisterungsmomente können Sie bieten? Nehmen Sie sich die Zeit, diese Fragen zu klären und gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern eine umfassende Begeisterungsstrategie zu entwickeln, die im Alltag gelebt werden kann. Der Vorteil einer solchen assimilierten, einverleibten Begeisterungskultur: Sie liefert die Leitplanken für tägliches Handeln. Kundenbegeisterung lässt sich eben nicht nur mit langen To-do-Listen erreichen, die in Workshops aufgestellt und dann in Ordnern versenkt werden, sondern sie erfordert immer auch die richtige innere Einstellung, konsequentes Tun, tägliche Praxis und Übung – und zwar nicht nur von Ihren Mitarbeitern, sondern auch von Ihnen selbst. Denken Sie daran: Vorgesetzte sind sowohl Vorbild als auch Identifikationsfigur, und Sie werden mit Ihrem Anspruch auf Begeisterung nur dann ernst genommen, wenn sie in der Lage sind, das geforderte Verhalten auch selbst vorleben. Am besten, Sie fangen noch heute damit an.

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Bildquelle Titelbild: © Ralf R. Strupat

By | 2017-02-12T18:30:32+00:00 24. Februar 2016|Mitarbeitermotivation|