Mythos Motivation: Wie Mitarbeitermotivation in Ihrem Unternehmen zur gelebten Praxis wird

Mythos Motivation: Wie Mitarbeitermotivation in Ihrem Unternehmen zur gelebten Praxis wird

Mythos Motivation: Mitarbeitermotivation gilt in vielen Betrieben als Mythos. Die Crew bekommt ihr Geld und leistet dafür Dienst nach Vorschrift. Nicht mehr und nicht weniger. Dass ein solches Verhalten in der heutigen Zeit schnell das Aus für ein Unternehmen bedeuten kann, ist klar. Wie geht es also besser? Was können Sie tun, damit Ihre Mitarbeiter mit Feuereifer bei der Sache sind? In diesem Beitrag erfahren Sie mehr.

Neulich beim Buchhändler: »Nein, einpacken kann ich Ihnen das Buch nicht. Unsere Kunden haben in den vergangenen Wochen so viel einpacken lassen, dass uns das Geschenkpapier schon vor Tagen ausgegangen ist!«
Gut, das kann passieren, doch der Verkäufer bringt es fertig, mich bei diesem Satz so vorwurfsvoll anzusehen, dass ich beschließe, mich das nächste Mal in einem anderen Buchladen umzusehen. Schließlich gehöre ich ja auch zu den Kunden, die für akute Papierengpässe sorgen, und das ist ihm offenbar wirklich nicht zuzumuten.
Kennen Sie solche Situationen? Wissen Sie, wie es sich anfühlt, wenn demotivierte Mitarbeiter nur noch Dienst nach Vorschrift machen und darüber die elementarsten Bedürfnisse ihrer Kunden vergessen? Dann können Sie sich vorstellen, wie ich mich in besagtem Buchladen gefühlt habe: lästig und unwillkommen. Und welcher Kunde will das schon?

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Warum Mitarbeitermotivation kein Strohfeuer sein darf

In der Theorie ist klar, dass Kundenerlebnisse wie diese einem Betrieb nachhaltig schaden können. In den allermeisten Segmenten haben wir es heute mit einem knallharten Käufermarkt zu tun, und mit durchschnittlichen Mitarbeiten, die je nach Laune bestenfalls durchschnittlichen Service liefern, kann unter diesen Umständen kein Unternehmen dauerhaft bestehen.
Was also tun? Die erstbeste Idee vieler Führungskräfte liegt auf der Hand: Sie rufen mich an und sagen: „Herr Strupat, kommen Sie mal vorbei und machen meine Leute zum fit.“
So einfach ist es nicht. Kein Mensch lässt sich in zwei Seminartagen auf Engagement und KundenBegeisterung programmieren. Wer mehr erreichen möchte als nur ein Strohfeuer, der muss für ein dauerhaft motivierendes Arbeitsumfeld sorgen. Nur wenn die Rahmenbedingungen stimmen, sind Mitarbeiter bereit, sich aus freien Stücken überdurchschnittlich zu engagieren und ihrem Unternehmen damit zu dem Erfolg zu verhelfen, den es verdient. Lassen Sie uns diese Rahmenbedingungen nun einmal genauer unter die Lupe nehmen und klären, welche vermeintlichen Patentrezepte Sie unbedingt durch bessere Strategien ersetzen sollten.

Warum finanzielle Aspekte und Druck von Oben nicht motivieren

Wer sich darauf verlässt, dass Geld die beste Motivationsquelle ist, ist falsch gewickelt. Vor einigen Jahren veröffentlichte der „Harvard Business Manager“ eine Umfrage, deren Ergebnisse deutlich belegen, dass die Bezahlung nur wenig Einfluss auf die Motivation eines Mitarbeiters hat.

Auch eine „Zuckerbrot und Peitsche“–Mentalität wird der Motivation Ihrer Mitarbeiter eher schaden als dienen. Starre Vorgaben machen Mitarbeiter unselbstständig, denn wer immer gesagt bekommt, was er zu tun hat, der wird irgendwann nur noch das tun, was man ihm sagt. Und wer dazu noch eingeschüchtert ist, der wird Angst haben, überhaupt etwas zu tun. Vielleicht erinnern Sie sich noch an den einen oder anderen cholerischen Mathelehrer aus Ihrer Schulzeit? Dann wissen Sie, dass Ihnen unter seinem strengen Blick selbst die einfachsten Lösungen nicht auf Anhieb eingefallen sind.

Mythos Motivation: Worauf es bei der Mitarbeitermotivation wirklich ankommt

Nun, da wir wissen, welche vermeintlichen Motivatoren nicht zum Ziel führen, lassen Sie uns untersuchen, wie es besser geht. Auf welche Weise können Sie Ihre Mitarbeiter dazu anspornen, jederzeit ihr Bestes zu geben?

Um diese Frage zu klären, stelle ich Ihnen gerne eine Publikation des Arbeitswissenschaftlers und Psychologen Frederick Herzberg aus dem Jahr 1968 vor. Sie meinen, 1968 sei lange her? Stimmt, doch seine Erkenntnisse sind heute so treffend wie eh und je.

Unter dem Titel „Was Mitarbeiter in Schwung bringt“ unterscheidet Herzberg zwei Arten von Faktoren, die einen Einfluss auf die Zufriedenheit und die Motivation von Mitarbeitern haben: Hygienefaktoren und Motivatoren.
Die Hygienefaktoren müssen erfüllt sein, um den Mitarbeitern ein allgemeines Gefühl der Zufriedenheit zu bieten. Dazu zählen beispielsweise Dinge wie Arbeitssicherheit, Arbeitsbedingungen, eine angemessene Bezahlung oder das Verhältnis zum Vorgesetzten. Sind alle diese Hygienefaktoren erfüllt, schafft ein Unternehmen damit die Basis für ein erfolgreiches Miteinander. Ausreichend ist das allerdings noch lange nicht, denn damit erreichen Sie bei Ihren Mitarbeitern höchstens die Aussage: „Ganz okay.“

Sie wollen mehr als „ganz okay?“ Dann beschäftigen Sie sich mit den Motivatoren, die laut Herzberg einen echten Ansporn auslösen. Dazu zählen Punkte wie Erfolg, Anerkennung, Arbeitsinhalt, Eigenverantwortung und Entwicklung. Sind diese Motivatoren zusätzlich zu den Hygienefaktoren vorhanden, arbeitet es sich schon viel motivierter.

Konkret empfiehlt Herzberg folgendes Vorgehen, um eine echte Mitarbeitermotivation zu erreichen:

  • Kontrollen abschaffen, Verantwortlichkeiten beibehalten.
  • Eigenverantwortung stärken.
  • Jedem Mitarbeiter einen eigenen, genau abgegrenzten Aufgabenbereich zuweisen.
  • Mehr Befugnisse und Unabhängigkeiten.
  • Quartalsberichte für ausnahmslos jeden Mitarbeiter zugänglich machen.
  • Regelmäßig neue, schwierige Aufgaben in den Aufgabenbereich des Mitarbeiters integrieren.

Klingt alles ganz schön modern, oder?

Von A wie Anerkennung bis Z wie Zielklarheit

In Unternehmen, deren Mitarbeiterbindung und Kundenzufriedenheit überdurchschnittlich hoch sind, geben Mitarbeiter an, dass sie für ihre Arbeit oft gelobt, als Mensch geschätzt und bei ihrer persönlichen Weiterentwicklung unterstützt und gefördert werden. Dies geht aus verschiedenen Studien des Gallup Instituts hervor.
Die drei Kernfragen für motivierte Mitarbeiter sind den Forschern zufolge:

  1. „Weiß ich, was bei der Arbeit von mir erwartet wird?“
  2. „Habe ich die Materialien und Arbeitsmittel, um meine Arbeit richtig zu machen?“
  3. Habe ich bei der Arbeit jeden Tag die Gelegenheit, das zu tun, was ich am besten kann?“

Übersetzen wir diese drei Fragen in elementare Faktoren für die Mitarbeitermotivation kommen wir zu den folgenden drei Grundbedingungen:

Anerkennung:
Einer der verheerendsten Sätze, die ein Chef einem Mitarbeiter gegenüber äußern kann, ist: „Hier ist jeder ersetzbar!“ Rational gesehen mag das zwar stimmen, doch Engagement und Motivation erfordern das Gefühl, persönlich geschätzt und gebraucht zu werden.

Zielklarheit:
Mindestens ebenso wichtig ist die Überzeugung des Mitarbeiters, etwas erreichen zu können: Ein Angestellter, der zwar stets alles tut, doch kein wirkliches Ziel vor Augen hat, wird kaum Freude für seine Arbeit aufbringen können. Die für die Motivation so wichtige Eigenverantwortung kann nur übernehmen, wer weiß, wohin die Reise geht.

Investitionsbereitschaft:
Wer einen Handwerker mit rostigem Werkzeug zum Kunden schickt oder einem Buchhalter eine veraltete Software zumutet, darf sich nicht wundern, wenn die Motivation, Großes zu leisten, dadurch sinkt.

Erstaunlich, dass für solche Erkenntnisse wissenschaftliche Umfragen benötigt werden, wo doch bereits der gesunde Menschenverstand genügt: Niemand wird gerne nur als wandelnde Personalnummer wahrgenommen.

Die Führungskraft macht den Unterschied

Sie sehen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, muss Mitarbeitermotivation kein Mythos bleiben. In diesem Zusammenhang ist vor allem die Führungskraft gefragt, denn jeder Mitarbeiter ist einzigartig in seiner Persönlichkeit und benötigt speziell auf ihn angepasste Motivatoren. Der eine Mitarbeiter sucht fachliche Anerkennung, der andere möchte für seine menschlichen Qualitäten gelobt werden und wieder ein anderer zieht seine Motivation aus persönlichen Lebensumständen. Diese Lebensumstände sollten Sie in jedem Fall in Betracht ziehen, wenn Sie versuchen, Ihre Mitarbeiter zu begeistern. Während beispielsweise Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten für junge Mitarbeiter ein extremer Pluspunkt sein können, schätzen ältere Mitarbeiter es wahrscheinlich eher, wenn Ihr Unternehmen ihnen gezielte Angebote zu Gesundheitsförderung anbietet.

Ihnen ist diese Art der individuellen Förderung zu kompliziert? Dann denken Sie an die Auswirkungen, die Ihre Mitarbeiter auf den Unternehmenserfolg haben und erinnern Sie sich daran, dass wirkliche KundenBegeisterung nur dann entstehen kann, wenn auch Ihr Team begeistert ist. Mit einem guten Arbeitsklima, persönlicher Wertschätzung, Anerkennung, Eigenverantwortung und Zielklarheit stellen Sie die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft.

Wie sehr begeistern Sie Ihre Mitarbeiter? Finden Sie es in unserem MitarbeiterBegeisterungs-Check heraus!

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Fotoquelle Titelbild: Fotolia 2016 / © studiostoks

By | 2017-02-12T18:30:16+00:00 29. Juni 2016|Mitarbeiterführung, Mitarbeitermotivation|