5 Tipps für eine langfristige Motivation am Arbeitsplatz

5 Tipps für eine langfristige Motivation am Arbeitsplatz

Wie steht es in Ihrem Unternehmen um die Motivation am Arbeitsplatz? Sind Ihre Kollegen mit Feuereifer bei der Sache oder erfüllen sie nur die nötigste Pflicht?

Falls Sie das Motivationslevel Ihres Teams bestenfalls für durchschnittlich halten, sind Sie in guter Gesellschaft. Ein ums andere Jahr stellt die Gallup-Studie fest, dass nur ein kleiner Teil der Beschäftigten motiviert ist, Tag für Tag sein Bestes zu geben. Möchten Sie mit Ihrem Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig bleiben, sollten Sie daran etwas ändern. In diesem Beitrag erfahren Sie, mit welchen fünf Tipps Sie die Motivation am Arbeitsplatz steigern, um dauerhaft von einem engagierten Team profitieren zu können.

Weshalb sich Führungskräfte nicht auf finanziellen Anreizen ausruhen dürfen

Laut dem Engagement Index 2015 des renommierten Beratungsunternehmens Gallup haben 16 Prozent der deutschen Arbeitnehmer innerlich bereits gekündigt. Das ist Fakt – genauso wie die Tatsache, dass 68 Prozent nur noch Dienst nach Vorschrift machen. Vermutlich kennen Sie diese Zahlen oder Sie haben zumindest eine Ahnung davon, dass das Thema Mitarbeitermotivation wichtiger ist, als viele Unternehmen denken.

In einer Zeit, in der die Produkte am Markt immer vergleichbarer werden, müssen Mitarbeiter in der Lage sein, ihre Kunden im direkten Umgang ehrlich zu begeistern. Diese Begeisterung können sie allerdings nur dann entfachen, wenn sie motiviert bei der Sache sind und für ihre Tätigkeit brennen.

Was bedeutet das nun für Sie als Führungskraft? Es bedeutet, dass Sie die Motivation am Arbeitsplatz zur Chefsache machen sollten, wenn Sie mit Ihrem Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig bleiben möchten. Zu groß ist ansonsten die Gefahr, dass Ihre Kunden zur Konkurrenz wechseln – und das kann sich in der heutigen Zeit kein Unternehmen mehr leisten.

Sie denken, finanzielle Anreize müssen genügen, um Mitarbeiter zu motivieren? Dann vertrauen Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass das nicht der Fall ist. Mehrere Studien haben inzwischen zweifelsfrei belegt, dass extrinsische Motivatoren wie ein dicker Firmenwagen ab einem gewissen Punkt kaum noch Wirkung zeigen. Sicher möchten Ihre Mitarbeiter gut bezahlt werden, doch die extra Sahnehaube in Sachen Leistung liefern Sie Ihnen deshalb noch lange nicht. Dafür müssen Sie als Führungskraft schon etwas tiefer in die Motivationskiste greifen.

Lassen Sie uns deshalb nun einmal genauer untersuchen, was zu tun ist, um trübsinnige Mitarbeiter aus ihrem Motivationsloch zu holen.

oeffne-deinen-geist

Praxistipp 1: Mit einer offenen Kommunikation zu mehr Motivation am Arbeitsplatz

Eine offene und transparente Kommunikation ist der Schlüssel für eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter motiviert bei der Sache sind. Klären Sie ehrlich, was Sie sich von Ihren Leuten erwarten und welche Auswirkungen es auf das Unternehmen hat, wenn sie nur Dienst nach Vorschrift machen. Je transparenter und aufrichtiger Sie Ihre Ansichten kommunizieren, desto besser.

Zudem sollten Sie in Ihrem Unternehmen ganz bewusst eine Politik der offenen Tür etablieren, in der Sie sich als vertrauenswürdiger Ansprechpartner positionieren. Wie wichtig das ist, zeigt eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, die auf den Aussagen von 10000 Beschäftigten aus acht Ländern basiert. Die Kernaussage: Nur 47 Prozent der deutschen Befragten vertrauen ihren Vorgesetzten, und mehr als 45 Prozent derselben Gruppe glauben nicht an Erfolg durch Leistung. Ernüchternde Ergebnisse, die drastisch offenlegen, wie schlecht es in vielen Unternehmen um die Motivation am Arbeitsplatz bestellt ist. Wollen Sie es besser machen, fördern Sie bewusst einen gegenseitigen Austausch, in dem jeder Mitarbeiter konstruktive Kritik einbringen kann, ohne fürchten zu müssen, dafür verurteilt zu werden. Das ist ebenso wesentlich für ein motivierendes Arbeitsumfeld wie ein kontinuierliches Feedback vom Chef. Erkennen Sie gute Leistungen bewusst an, und zeigen Sie Ihrem Team, dass es sich auszahlt, motiviert an die Arbeit zu gehen. Lob und Anerkennung sind in diesem Zusammenhang ebenso wichtig wie wertschätzende Verbesserungsvorschläge und das konsequente Einfordern ihrer Umsetzung. Einer der verheerendsten Sätze, die ein Chef einem Mitarbeiter gegenüber äußern kann, ist: „Hier ist jeder ersetzbar!“ Rational gesehen mag das zwar stimmen, doch Engagement und Motivation erfordern das Gefühl, persönlich geschätzt und gebraucht zu werden.

Sprechen wir über eine offene Kommunikationsbasis, bezieht sich das übrigens nicht nur auf das Verhältnis zwischen Chefs und ihren Mitarbeitern. Schaffen Sie deshalb Räume, in denen sich Ihr Team während der Pausen bewusst austauschen kann, um dann im Anschluss wieder konzentriert ans Werk zu gehen. Was halten Sie zum Beispiel davon, Ihren Pausenraum neu zu dekorieren und ihn mit einem Tischticker auszurüsten?

Praxistipp 2: Finden Sie heraus, auf welche Motivatoren Ihre Mitarbeiter reagieren

Jeder Mitarbeiter ist anders, und jeder hat eine andere Vorstellung davon, was ihm wichtig ist. Wenn Sie von einem aufrichtig motivierten Team profitieren möchten, sollten Sie sich deshalb bewusst mit Ihren Leuten auseinandersetzen, um herauszufinden, was ihre persönlichen Treiber sind. Während dem einen Status wichtig ist, stellt der andere möglicherweise seine Familie in den Mittelpunkt seines Tuns. Falls das der Fall ist, kommen Sie mit der Aussicht auf einen schnittigen Sportwagen vermutlich kaum weiter. Viel besser können Sie den familienorientierten Leistungsträger mit der Aussicht auf flexible Arbeitszeiten, mit einer Kinderbetreuung oder mit der Möglichkeit, bei Bedarf von Zuhause zu arbeiten, motivieren. Machen Sie sich die Mühe, die Interessen Ihrer Mitarbeiter individuell zu erfragen. Nur auf diese Weise werden Sie es schaffen, Ihr Team so zu motivieren, dass selbst bisherige Underachiever Lust bekommen, ihr Bestes zu geben. Und was ist mit den Menschen, die ohnehin schon zu den Top-Performern gehören? Die können Sie mit derart individuellen Motivationsmaßnahmen langfristig binden. Und es gibt kaum etwas Besseres, als sich sicher sein zu können, dass herausragende Mitarbeiter selbst dann treu bleiben, wenn die Konkurrenz mit einem höheren Gehaltsscheck wedelt.

Praxistipp 3: Gemeinsam Erlebtes stärkt den Zusammenhalt

Glückliche Mitarbeiter sind motivierte Mitarbeiter. Die Frage, die sich deshalb stellt, ist: Wie können Sie Ihre Mitarbeiter noch glücklicher machen? Die Antwort liegt in einem motivierenden Betriebsklima, das von Zusammenhalt geprägt ist und in dem sich jeder Einzelne als wichtigen Teil des Teams versteht. Erreichen können Sie dieses Ziel beispielsweise mit gemeinsamen Aktionen, die frischen Wind in den grauen Unternehmensalltag bringen. Vergessen Sie klassische Weihnachtsfeiern, die für viele nichts anderes sind, als eine Möglichkeit, sich auf Firmenkosten den Magen vollzuschlagen. Probieren Sie besser etwas anderes aus. Wie wäre es zum Beispiel mit einem gemeinsamen Spaziergang durch die Natur mit einem anschließenden gemütlichen Zusammensein in einer Lokalität, die sich Ihre Mitarbeiter ausgesucht haben? Oder haben Sie möglicherweise Lust auf ein Kochseminar, in dem sich jeder frei von Zwängen ausprobieren darf und bei dem sich Ihre Leute von einer ganz neuen Seite kennenlernen können?

Möglichkeiten gibt es viele; wichtig ist nur, dass Ihre Mitarbeiter damit beginnen, sich als Team zu verstehen und dass sie erkennen, wie wichtig ihr Zutun für die Zufriedenheit der Kollegen ist. Auf diese Weise werden sie bald damit beginnen, sich in der Verantwortung zu sehen und sich dadurch immer wieder aufs Neue selbst zu motivieren.

Praxistipp Nummer 4: Stärken Sie die Eigenverantwortung Ihrer Mitarbeiter

Regelmäßig treffe ich auf Mitarbeiter von Unternehmen, die eine „Zuckerbrot und Peitsche“-Mentalität pflegen. Alles hat zu laufen wie vorgegeben, und Kritik ist nicht erwünscht. Selbst dann nicht, wenn der gesunde Menschenverstand laut Alarm schreit, weil mit unausgereiften Prozessen unnötig viel Zeit verschwendet wird. „Entweder du spurst oder du fliegst“ – das ist die Kernaussage in solchen Unternehmen, die ihre Mitarbeiter innerhalb kürzester Zeit verschleißen. Mitarbeitermotivation? Fehlanzeige. Aber wie soll es auch anders sein, wenn ein Team ganz genau weiß, dass es am besten fährt, wenn es stillhält?

Machen Sie es besser! Wecken Sie die Motivation Ihrer Mitarbeiter, indem Sie sie in die Pflicht nehmen, das Unternehmen voranzubringen. Übertragen Sie ihnen klare Aufgaben, für deren Erfüllung sie selbstständig verantwortlich sind. Wie das Ziel erreicht wird, ist – innerhalb bestimmter Grenzen – egal, wichtig ist nur das Ergebnis. Geben Sie Ihren Leuten mit auf den Weg, dass Ihre Tür bei Fragen immer offen steht und dass Sie auch gerne Hilfestellung leisten, wenn das erwünscht ist. Die einzige Regel: Wenn Sie nichts hören, müssen Sie davon ausgehen können, dass alles nach Plan läuft. Im Nachhinein Ausreden für die Nichterfüllung von Aufgaben zu finden, ist nicht erlaubt. Verantwortung bedeutet schließlich auch, dass man zu seinen Taten – oder in diesem Fall zu seinen „Nicht-Taten“ – steht.

Führen Sie Ihre Abteilung auf diese Weise, können Sie davon ausgehen, dass Ihre Mitarbeiter nach und nach aufblühen. Wenn Sie Ihnen Verantwortung für das Gelingen eines Vorhabens übertragen, bedeutet das, dass Sie ihnen vertrauen; und es gibt kaum einen stärkeren Motivator, als das Gefühl zu haben, dass die eigene Arbeit wertgeschätzt wird. Wer gebraucht wird, ist motiviert – und zwar selbst dann, wenn es einmal stressig wird.

Aber Vorsicht: Schauen Sie sich Ihre Mitarbeiter genau an, bevor Sie sie mit Aufgaben betrauen, denen ihre Leute möglicherweise gar nicht gewachsen sind. Eine der wichtigsten Aufgaben von Führungskräften besteht darin, die richtigen Leute an die richtigen Positionen zu setzen. Jeder Mitarbeiter hat seine ganz persönlichen Stärken und Schwächen, und je besser diesem Umstand Rechnung getragen wird, desto eher wird er auch in der Lage sein, das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen. Geben Sie Ihren Leuten die Möglichkeit, ihr volles Potenzial zu entfalten. Nur dann werden sie motiviert alles dafür tun, den Unternehmenserfolg voranzutreiben.

Praxistipp Nummer 5: Motivation am Arbeitsplatz ist ein langfristiges Projekt

Ihre Mitarbeiter sind unmotiviert, und Sie denken, Sie könnten Sie innerhalb von zwei Tagen wieder auf Spur bringen? Dann lassen Sie es besser gleich bleiben. Die Motivation am Arbeitsplatz werden Sie nur dann steigern können, wenn Sie die genannten Aspekte zu einem festen Bestandteil Ihrer Unternehmenskultur machen. Hier können Sie genauer nachlesen, worauf es dabei ankommt.  Als Faustregel sollten Sie sich wenigstens die folgenden Punkte einprägen und zuverlässig umsetzen:

  1. Handeln Sie eindeutig und bleiben Sie Ihren Grundsätzen treu. Wer heute so und morgen völlig anders agiert, macht sich unglaubwürdig, worunter die Mitarbeitermotivation leidet.
  2. Setzen Sie auf Transparenz: Ihre Mitarbeiter müssen immer genau wissen, woran sie sind, um motiviert ans Werk gehen zu können.
  3. Etablieren Sie die Überzeugung, dass es sich lohnt, immer besser zu werden, und nehmen Sie ihre Mitarbeiter in die Verantwortung.
  4. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, sich bewusst einzubringen. Nur wer das Gefühl hat, etwas bewegen zu können, wird auch in schweren Zeiten motiviert sein, Mühe zu investieren.

 

Fotoquelle Titelbild: © fotolia / UBER IMAGES

By | 2017-02-12T18:29:43+00:00 11. Januar 2017|Mitarbeitermotivation, Personalführung|