Mitarbeitermotivation: Die fünf Säulen der Begeisterungskultur

Mitarbeitermotivation: Die fünf Säulen der Begeisterungskultur

Begeisterungskultur – was ist das überhaupt? Gibt es sie überhaupt, die Begeisterungskultur? Muss ein mittelständisches Unternehmen mit 30 Mitarbeitern seine Leute nicht völlig anders begeistern als ein Großkonzern mit mehreren tausend Mitarbeitern? Die Antwort darauf lautet natürlich Ja. Und dennoch gibt es sie: Fünf grundlegende Aspekte zur Mitarbeitermotivation, die in jedem Unternehmen gelebt und vermittelt werden sollten – quasi als tragende Säulen der Begeisterung.

Mitarbeitermotivation neu entdecken

Die vergangenen Jahrzehnte waren in vielen Unternehmen geprägt von Outsourcing und Rationalisierung. Dort, wo es möglich war, wurden Strukturen verschlankt und Prozesse optimiert. Alles musste effizienter werden. Der Mitarbeiter wurde dadurch immer mehr zu einer Nummer – einer Kostenstelle eben. Nichtsdestotrotz gab der Erfolg den Unternehmen Recht: Die Maßnahmen erzielten sowohl Wachstum und Umsatzsteigerungen für das Unternehmen, als auch Wohlstand für Unternehmer und Mitarbeiter. Inzwischen sind die Grenzen der Rationalisierung jedoch erreicht – mehr geht einfach nicht. Zieht man die fortschreitende Globalisierung mit in Betracht, so muss ein Unternehmen heute neue Wege finden, der billigen Konkurrenz aus Fernost noch etwas entgegenzusetzen. Die Lösung liegt auf der Hand: Begeisterte Mitarbeiter. Denn wirklich begeisterte Mitarbeiter liefern nicht nur innovative Ideen, sie verstehen es prinzipiell auch besser, die Kunden für ihr Produkt zu begeistern.

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Individuelle Mitarbeitermotivation – Die ultimative und einzige Begeisterung gibt es nicht

Kein Unternehmen gleicht dem anderen, jedes Unternehmen, egal wie groß, basiert auf seinen eigenen Spielregeln und ungeschriebenen Gesetzen. Aus dieser Individualität resultiert, dass es die perfekte Begeisterungskultur schlichtweg nicht geben kann. Ein traditionelles Familienunternehmen in fünfter Generation tickt eben anders als ein urbanes IT-Startup. Aus diesem Grund muss jedes Unternehmen seinen eigenen Unternehmensgeist finden.

Beim Finden dieses Geistes gilt es einige Faktoren zu beachten: In welcher Region befindet sich das Unternehmen? Welchen Ausbildungshintergrund haben die Mitarbeiter? Wie ist das Mitarbeitergefüge? Versucht man, einem Unternehmen einen Geist aufzuzwingen, kann das auch gehörig schiefgehen. Ein Negativbeispiel für den Versuch, Begeisterungskultur in einem Unternehmen zu integrieren, lieferte eine große amerikanische Supermarktkette zur Jahrtausendwende, als sie versuchte, ihre in den USA gelebte Unternehmenskultur auch auf deutsche Standorte zu übertragen. Anders als im Heimatland wollten die Mitarbeiter in den deutschen Märkten schlicht und ergreifend nicht zum Morgenappell antreten oder gemeinsame Firmenhymnen singen. Was die Mitarbeitermotivation fördern sollte, entpuppte sich als ungeliebtes Morgenritual. Und auch die Kunden waren von den amerikanischen Strategien – beispielsweise dem „Begrüßer“ am Supermarkteingang oder der Hilfe beim Tütenpacken an der Kasse – eher befremdet als begeistert.

Dem Unternehmen ist es nicht gelungen, auf dem deutschen Markt dauerhaft erfolgreich zu sein, und dies mag nicht zuletzt an dem Versuch gelegen haben, eine amerikanische Begeisterungskultur auf deutsche Mitarbeiter zu übertragen. Zu wenig wurde hier auf die kulturellen Unterschiede eingegangen und nach einer eigenen Lösung für Europa oder Deutschland gesucht.

Der Unternehmensgeist basiert im Idealfall auf dem Produkt, welches das Unternehmen verkauft. So wird ein Sportartikelhersteller sich stets auf seinen Sportgeist beziehen, und eine Hotelkette wird sich auf ihren exzellenten Service berufen wollen. Doch jenseits dieses Fundaments gibt es grundlegende Gemeinsamkeiten, die ich als die 5 Säulen der Begeisterungskultur bezeichne. Schauen wir uns diese Säulen nun genauer an:

1. Eindeutigkeit

Die erste Säule der Begeisterungskultur. Sind die Unternehmenswerte jedem Mitarbeiter klar? Ein Mitarbeiter, der sich voll und ganz der vom Unternehmen vertretenen Werte bewusst ist und diese auch selbst lebt, braucht keine langen To-do-Listen. Zumal solche Listen ohnehin nie alle möglichen Einzelsituationen erfassen können. Wenn den Mitarbeitern eines Unternehmens dessen Werte bewusst sind, dann weiß jeder, was zum Unternehmen „passt“ und was eben nicht. So wird beispielsweise in einem Unternehmen, das höchsten Wert auf Präzision legt, niemals improvisiert werden. Ein Premiumdienstleister für Gebäudeausbau wird keine alten Werkzeuge benutzen, und wer Sport schon in der Schule gehasst hat, der wird nicht bei einem Sportartikelhersteller arbeiten.

Unternehmen, die es schaffen, ihre grundlegendsten Werte eindeutig zu vermitteln, werden im Endeffekt genau diejenigen Bewerber anziehen, die sich mit diesen Werten von Anfang an identifizieren möchten.

2. Transparenz motiviert

Ein Unternehmen mit begeisterten Mitarbeitern lebt davon, dass alle über aktuelle Themen Bescheid wissen. Zahlen und Ziele werden in regelmäßigen Abständen offen und an alle kommuniziert. Diese Transparenz sorgt dafür, dass Unsicherheiten oder Geheimniskrämereien bezüglich erwirtschafteter Zahlen gar nicht erst aufkommen können. In vielen Einzelhandelsunternehmen ist es bereits selbstverständlich, dass selbst der Minijobber die Jahres- und Monatsziele der Filiale kennt und über aktuelle Umsätze und Kundenzahlen Bescheid weiß.

Transparenz und Offenheit sind auch jenseits von reinen Umsatzzahlen essenzielle Bestandteile einer echten Begeisterungskultur. So sollten klare Worte kein Tabu sein: Neue Mitarbeiter sollten bereits im Vorstellungsgespräch erfahren, was sie im Unternehmen erwartet, und wenn im Arbeitsalltag etwas nicht wie gewünscht läuft, darf dieser Umstand nicht erst Monate später im Jahresgespräch kommuniziert werden, sondern sofort. Gleichzeitig ist auch die Kommunikation von Lob und Anerkennung ein wichtiger Bestandteil dieser Säule. Beides ist für eine gelungene Begeisterungskultur elementar und sollte großzügig gespendet werden.

Auf der anderen Seite sollten in einem Unternehmen auch negative Aspekte offen kommuniziert werden: Wenn ein Mitarbeiter die Spielregeln des Unternehmens verletzt, dürfen ernste Gespräche oder gar Abmahnungen kein Tabu sein – zum Wohle aller.

Eine solche Offenheit unterscheidet sich radikal von der Misstrauenskultur einiger Unternehmen, die in der Vergangenheit ihre Mitarbeiter bespitzelten und dadurch negative Schlagzeilen erlangten. Wer würde schon gerne in einem solchen Unternehmen arbeiten?

3. Wir sind die Besten!

Unternehmen mit einer Begeisterungskultur wollen besser sein als andere – Mittelmaß ist hier nicht das Ziel. Beispiele gibt es dafür unzählige. „Das Bestes oder nichts!“ oder „Weil die Besten zu den Besten gehören!“ sind Slogans, die mehr als nur ein ambitioniertes Selbstverständnis vermitteln. Sie stehen für die Überzeugung, dass Leistung Spaß machen kann und dass Mitarbeiter nicht von Durchschnittlichkeit überzeugt werden. Ziemlich gut sein kann jeder, der Beste in der Region sein, das kann nur einer.

Bei einer konsequenten Begeisterungskultur zieht sich dieser Qualitätsanspruch wie ein roter Faden durch alle Unternehmensbereiche, seien es top gepflegte Firmenfahrzeuge, moderne Büros oder ein ausgezeichneter Kundenservice.

Ehrgeiz darf an dieser Stelle nicht falsch verstanden werden – es geht hier nicht darum, unerreichbare Ziele zu diktieren, sondern darum, stetig besser zu werden.

4. Kommunizieren = Motivieren

Eine Begeisterungskultur ohne ständige Kommunikation kann nicht stattfinden. Der gegenseitige Austausch über alle Ebenen sollte deshalb eine Selbstverständlichkeit darstellen. Zu dieser Kommunikation zählt auch, dass das Credo einer jeden Führungskraft im Unternehmen lautet: „Es kann jeder zu mir kommen!“ Das beginnt damit, dass die Tür der Führungskraft im Arbeitsalltag jederzeit offensteht und endet mit der Tatsache, dass selbst der Vorstand für jeden Mitarbeiter stets erreichbar ist.

Auf diese Weise erfahren die Mitarbeiter, dass ihre Meinung zählt und ihre Ideen und Vorschläge aktiv im Unternehmen wahrgenommen und umgesetzt werden. Regelmäßige Teammeetings, an denen jeder Mitarbeiter einer Abteilung teilnehmen kann, zählen hier zur Selbstverständlichkeit. Weiterhin wird auch die informelle Kommunikation gefördert, indem das Unternehmen entsprechende Unterhaltungsmöglichkeiten wie eine Dartscheibe oder einen Kicker in Aufenthaltsräumen bereitstellt.

Dem gegenüber stehen Chefs, welche die Auffassung vertreten, dass in einem Unternehmen nicht zu viel „gequatscht“ werden solle. Wer so redet, der vergisst, dass an den arbeitenden Händen immer noch ein ganzer Mensch hängt.

5. Das Wir fördern die Mitarbeitermotivation

Begeisternde Unternehmen setzten auf Mitarbeitermotivation und stellen nicht einfach jemanden ein – sie wollen Menschen für ihre Sache gewinnen und bieten ihren Mitarbeitern deshalb gezielt Möglichkeiten, sich zugehörig zu fühlen. Ein solches Wir-Gefühl entsteht durch einen fairen Umgang miteinander und dadurch, dass dem Mitarbeiter Gestaltungsmöglichkeiten im Unternehmensalltag eingeräumt werden. Darüber hinaus sind es gemeinsame Aktivitäten jenseits der Arbeit, die dafür sorgen, dass ein Unternehmen zusammenwächst. Die Umsetzungsmöglichkeiten solcher Aktivitäten sind vielfältig: Sei es ein gemeinsamer Wandertag, ein Sommerfest oder ein IT-Camp – die Idee ist dabei immer dieselbe: Gemeinsam Erlebtes stiftet Zusammenhalt. Dazu passt auch, dass man sich in einem begeisternden Unternehmen duzt – und das über alle Hierarchiestufen hinweg.

Geistreiche vs. Geistlose Unternehmen

Schafft ein Unternehmen es, seinen eigenen Anspruch, also sein Fundament, mit den 5 allgemeinen Säulen der Begeisterungskultur zu vereinen, so sollte jeder Mitarbeiter diese Begeisterung auch weiter an den Kunden tragen können – und genau das unterscheidet geistreiche von geistlosen Unternehmen.

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Fotoquelle Titelbild: © Fotolia 2016 / contrastwerkstatt

By | 2017-02-12T18:30:30+00:00 9. März 2016|Mitarbeitermotivation|