Alles eine Frage der Kommunikation: So machen Sie Ihren Mitarbeitern klar, worauf es ankommt

Alles eine Frage der Kommunikation: So machen Sie Ihren Mitarbeitern klar, worauf es ankommt

Sie wissen, was Sie wollen, doch Ihr Team spielt nicht mit? Immer wieder begegnen mir Führungskräfte, die sich darüber beklagen, dass ihre Mitarbeiter den Erwartungen nicht gerecht werden. Schnell wird dann die Inkompetenz-Karte gezückt, doch die Erfahrung hat gezeigt, dass die wahre Herausforderung in der Regel viel tiefer liegt. In diesem Beitrag erfahren Sie, weshalb Sie als Führungskraft mehr Einfluss auf die Arbeitsleistung Ihrer Mitarbeiter haben als Sie glauben und wieso eine klare Unternehmens-Kommunikation so wichtig ist.

Führungskompetenz bedeutet, sich selbst in die Pflicht zu nehmen

Das Leben als Führungskraft könnte so schön sein, wenn nur die zu führenden Mitarbeiter nicht wären. Ist Ihnen dieser Gedanke auch schon einmal durch den Kopf geschossen? Dann geht es Ihnen wie vielen anderen Führungskräften, die sich darüber beklagen, dass ihre Mitarbeiter nicht in der Lage sind, Anweisungen auszuführen. Doch wer so denkt, macht es sich zu einfach. Die harte Wahrheit ist: Wenn Mitarbeiter Aufträge nicht korrekt ausführen, liegt das häufig daran, dass sie nicht wissen, was von ihnen erwartet wird. Oder anders ausgedrückt: Führungskräfte sind in der Pflicht, ihre Erwartungen so klar zu formulieren, dass sie jeder versteht. Nur wenn Ihnen eine klare Kommunikation gelingt, können Sie zu Recht darauf beharren, dass sich Ihre Mitarbeiter ins Zeug legen, um den Ansprüchen, die an sie gestellt werden, gerecht zu werden.

Eine klassische Belastungsprobe für die Beziehung zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern: Erwartungen, die unausgesprochen bleiben, weil sie der Führungskraft logisch erscheinen. Machen Sie sich bewusst, dass jeder Mensch vor dem Hintergrund seiner eigenen Erfahrungen urteilt und dass Dinge, die für Sie klar auf der Hand liegen, Ihren Mitarbeitern unter Umständen fremd sein können. Die Herausforderung, der Sie sich als Führungskraft stellen müssen, liegt darin, nicht nur in Wünschen und Anspruchshaltungen zu denken, sondern sie auch tatsächlich auszusprechen.

Was sind die Erwartungen an Ihre Mitarbeiter?

Der renommierte Gallup Engagement Index zeigt es Jahr für Jahr aufs Neue: Mitarbeiter wollen wissen, woran sie sind. Sie benötigen klare Ansagen, ein konsequentes Feedback und verlässliche Führungskräfte, um mit Begeisterung ans Werk zu gehen. Fragen Sie sich deshalb: Wofür stehen Sie als Chef? Was ist Ihnen besonders wichtig? Und welche Spielregeln gelten bei Ihnen?

Gehen Sie bei der Beantwortung dieser Fragen so weit wie möglich ins Detail. Formulieren Sie, in welchen Situationen Sie wie informiert werden möchten und bis wann bestimmte Aufgaben erledigt sein müssen. Ist Ihnen eine Aufgabe besonders wichtig, erklären Sie Ihren Mitarbeitern, weshalb das so ist und was Sie genau von ihnen erwarten. Nur wenn Sie konkrete Anweisungen geben, können Sie mit Recht darauf pochen, dass diesen Anweisungen auch Folge geleistet wird, weil jedes einzelne Teammitglied seine Aufgabe kennt.

Klare Kommunikation für zielgerichtete Mitarbeiterführung

Insbesondere wenn es um die Definition und Kommunikation von Zielen geht, fällt auf, wie selten sich Führungskräfte Gedanken um eine exakte Formulierung machen. „Der Unternehmensumsatz muss stimmen“, heißt es dann oft – doch das ist kein valides Ziel, mit dem Ihre Mitarbeiter etwas anfangen können. Werden Sie auch an dieser Stelle konkreter und fragen Sie sich, welche Tätigkeiten wie und wann nötig sind, um den gewünschten Umsatz zu generieren!

Wenn Sie zudem noch klar definieren, wie sich Ihre Mitarbeiter in welcher Situation zu verhalten haben, können Sie handfeste Erwartungen vorlegen, die im Anschluss konsequent eingefordert werden müssen. Viele Führungskräfte sind in dieser Hinsicht zu weich. Anstatt einen schiefen Blick zu riskieren, lassen sie lieber die Zügel locker und verlieren dadurch über kurz oder lang an Ansehen.

Wie wollen Sie sich als verlässlicher Ansprechpartner positionieren, wenn Sie Ihre Anweisungen nicht durchsetzen können? Wie sollen Ihnen Ihre Mitarbeiter vertrauen, wenn Sie dieselbe Situation von Fall zu Fall unterschiedlich bewerten? Ganz egal, ob es sich um Ihren Lieblingskollegen handelt oder um einen Mitarbeiter, den Sie wenig leiden können: Haben Sie Ihre Erwartungen einmal formuliert, müssen Sie auch konsequent auf ihre Einhaltung pochen. Wer entsprechend Ihrer Anweisungen handelt, bekommt positives Feedback, wer querschießt, wird zurechtgewiesen. Extrawürste darf es ebenso wenig geben wie emotionale Ausbrüche, die für Unruhe im Team sorgen und die Arbeitsatmosphäre vergiften.

Im Idealfall machen Sie bereits beim Einstellungsgespräch klar, was Sie von neuen Teammitgliedern erwarten, denn wer genau weiß, was von ihm erwartet wird, wird sich später nicht über die ihm zugewiesenen Aufgaben beschweren, sondern engagiert ans Werk gehen. Lautet die Parole beispielsweise „Mein Wunsch ist, dass Sie Ihr Bestes geben, um unsere Kunden zu begeistern“, ist klar, was Sache ist, und das spontane Leeren eines überfüllten Mülleimers im Empfangsbereich wird selbst für hochrangige Mitarbeiter zur Selbstverständlichkeit. Nehmen Sie Ihr Team in die Pflicht und geben Sie ein klares Ziel vor. Nur wenn dies der Fall ist, können alle Mitarbeiter an einem Strang ziehen, um es zu erreichen.

Faire Mitarbeitermotivation zur Leistungssteigerung

Sie sind mit der Leistung eines Mitarbeiters trotz klarer Ansagen und Kommunikation unzufrieden? Dann wird Sie eine unwirsche Reaktion ebenso wenig weiterbringen wie eine verkniffene Miene. Jetzt ist es Zeit zu handeln – und zwar so fair wie verbindlich. Auch wenn kritisches Feedback bei dem Betroffenen für schlechte Laune sorgen mag, ist das immer noch besser, als dem Schlendrian freien Lauf zu lassen und den Rest des Teams dadurch dauerhaft zu demotivieren.

Verleihen Sie Ihrem Ruf, eine verlässliche Führungskraft zu sein, Nachdruck, indem Sie klar und sachlich darlegen, was aus Ihrer Sicht falsch läuft. Am besten geht das mit der 3 W-Methode, die ich in meinem kostenfreien eBook „Führen mit den 7 K“ ausführlich beschrieben habe.

Zunächst erklären Sie dem Mitarbeiter, mit dessen Leistung Sie unzufrieden sind, wie Sie die Situation wahrnehmen, ohne ihn als Person niederzubügeln. Beziehen Sie sich auf nachprüfbare Fakten. Machen Sie deutlich, welches Verhalten Gegenstand Ihrer Kritik ist und gehen Sie sachlich auf die daraus resultierende Wirkung ein. Abschließend stellen Sie klar und halten fest, was Sie in Zukunft von ihm erwarten. Verlangen Sie nichts Unmögliches, doch lassen Sie auch keinen Zweifel daran, welche Konsequenzen es haben wird, wenn er sein Verhalten nicht ändert.

Wenn Sie klare Worte finden und dabei respektvoll bleiben, reicht ein solches Gespräch häufig schon aus, um aus einem vermeintlich unwilligen Mitarbeiter ein motiviertes Teammitglied zu machen, das sich für die von Ihnen gesetzten Ziele engagiert.