Wie Jammern Ihrem Unternehmenserfolg schadet – und was Sie gegen jammernde Kollegen tun können.

Wie Jammern Ihrem Unternehmenserfolg schadet – und was Sie gegen jammernde Kollegen tun können.

„Will ich nicht, kann ich nicht, mach ich nicht.“ Immer wieder erlebe ich es, dass gestandene Arbeitnehmer im Berufsalltag zu schmollenden Kleinkindern mutieren. Statt produktiv zu arbeiten, wird gejammert, und häufig fehlt nur noch die trotzig hervorgeschobene Unterlippe des langjährigen Mitarbeiters, damit so mancher Chef sich denkt: „Der 40-jährige Ernst möchte aus dem Kinderparadies abgeholt werden.“
Dass eine solche Kultur des Jammerns für den Unternehmenserfolg schädlich ist, steht außer Frage – und dennoch greift sie immer weiter um sich. In diesem Beitrag erfahren Sie, was die Gründe dafür sind und was Sie als Führungskraft gegen jammernde Mitarbeiter am Arbeitsplatz tun können.

Zu viel Druck – tatsächlich?

Kennen Sie ein Unternehmen, dessen Mitarbeiter sich konstant entspannt fühlen? Ich nicht – und das darf auch nicht sein. Will ein Unternehmen Erfolg haben, benötigt es Mitarbeiter, die bereit sind, ihr Bestes zu geben – und dazu gehört eben auch eine Portion Druck.
Die Herausforderung in der heutigen Zeit: Es gibt immer mehr Mitarbeiter, die erwarten, dass der Büroalltag einem Erholungsurlaub gleicht und die sich schon von konstruktiver Kritik unter Druck gesetzt fühlen. Diese Mitarbeiter sind in ihrem Job fehl am Platz, davon bin ich überzeugt.
Doch was sind die Gründe für diese Entwicklung? Woran liegt es, dass so viele Angestellte über zu viel Druck am Arbeitsplatz jammern? Und vor allem: Was lässt sich dagegen tun?

Eine der grundlegenden Ursachen für die sich immer weiter verbreitende Jammerkultur in Unternehmen liegt in der Erziehung. Von klein auf behütet und umsorgt haben viele Arbeitnehmer – insbesondere die Generation Y – nie gelernt, sich für ein Ziel zu schinden und die Extrameile zu gehen. Dieser Umstand ist für den Unternehmenserfolg fatal.
Häufig erlebe ich es, dass Menschen mir erzählen, wie sehr sie unter den Erwartungen ihres Arbeitgebers und den vielen Überstunden leiden. Wenn ich dann frage, ob sie nicht dazu kämen, Pausen zu machen, bekomme ich zu hören: „Doch, Pausen mache ich schon, aber trotzdem kommt es häufig vor, dass ich eine Stunde länger im Büro bleiben muss, wenn es noch etwas zu tun gibt.“

Bei allem Verständnis für den Wunsch nach Freizeit: Menschen, die so denken, dürfen nicht erwarten, dass sie mit dieser Haltung Karriere machen, und wer nach Bequemlichkeit sucht, ist in einem aufstrebenden Unternehmen an der falschen Stelle. Manche Erwartungen lassen sich mit der Realität eben nicht vereinbaren.

Wer beruflich weiterkommen möchte, muss auch bereit sein, sein Bestes zu geben. Und zwar selbst dann, wenn das bedeutet, von Zeit zu Zeit mehr Arbeitsstunden zu leisten als vertraglich vorgesehen. Wenn ich jammernde Mitarbeiter höre, frage ich mich: Wo bleibt die Leidenschaft? Wo bleibt der Spaß? Wo bleibt die Begeisterung für das Unternehmensziel, die Top-Performer immer wieder aufs Neue antreibt und sie dazu bringt, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln?
Haben Sie eine Antwort auf diese Fragen?

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Eigeninitiative statt Arbeitgeberbashing

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. In diesem alten Sprichwort steckt eine Menge Wahrheit. Sicher haben Arbeitgeber nach wie vor viel aufzuholen, doch ich finde, es ist an der Zeit, dass sich auch Arbeitnehmer wieder vermehrt an die eigene Nase packen. Fragen Sie sich doch mal selbst: Was haben Sie in den vergangenen Monaten für den Ausbau Ihrer Fähigkeiten getan? Ist Ihr Wissen noch auf dem neuesten Stand?
Die meisten Menschen, denen ich diese Frage stelle, schauen mich mit großen Augen an und sagen: „Warum fragen Sie das? Das ist doch nicht meine Aufgabe, mich weiterzubilden. Das ist die Aufgabe der Firma.“ Meine Antwort: „Nein, ist es nicht. Sie müssen schon auch selbst aktiv werden, um Ihre originären Aufgaben, für die Sie eingestellt wurden, bestmöglich erfüllen zu können.“

Welche Blüten die Jammerkultur treiben kann, weiß jeder, der schon einmal eine unternehmensinterne Software-Umstellung miterlebt hat. Selbst wenn der Nutzen einer neuen Software klar ersichtlich ist, macht sich in solchen Situationen schnell Empörung breit. Ganz nach dem Motto: „Wieso sollen wir wertvolle Zeit dafür verschwenden, uns neu einzuarbeiten, wenn das alte System doch fehlerfrei funktioniert hat? Frechheit!“ In der Regel ist es dann nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die IT-Abteilung vor lauter Verzweiflung auf eine einsame Insel wünscht, weil sie sich nicht mehr mit den Anrufen von Kollegen auseinandersetzen möchte, die sich zu schade dafür sind, sich gründlich einzuarbeiten. Was die jammernden Mitarbeiter nicht sehen: Nicht die intensive Beschäftigung mit der neuen Software ist es, die wertvolle Arbeitszeit verschwendet, sondern das ewige Jammern, das häufig Stunden, Tage und Wochen in Anspruch nimmt.

Warum der Geist Ihres Unternehmens darüber entscheidet, ob Ihre Mitarbeiter jammern

Letztlich ist es der Unternehmensgeist, der darüber entscheidet, ob Mitarbeiter jammern oder mit Begeisterung bei der Sache sind. Ihre Leute müssen verstehen, dass sie mehr als nur ein kleines Rad im Getriebe sind und dass sie mit ihrem Engagement direkt auf den Unternehmenserfolg einzahlen. Erst wenn Mitarbeiter verinnerlicht haben, dass es in ihrer Macht liegt, zur Begeisterung der Kunden beizutragen, werden sie einen Sinn ihrer Tätigkeit sehen und sich als wichtigen Teil des Teams begreifen.
Diese Einstellung reift allerdings nicht von selber. Es ist Aufgabe der Führungskraft, von Anfang an klar zu kommunizieren, welche Möglichkeiten das Unternehmen bietet und was im Gegenzug dafür erwartet wird. Ist das geschehen, kann sich kein Mitarbeiter mehr darauf ausruhen zu sagen: „Das steht nicht in meiner Stellenbeschreibung.“ In einer begeisternden Unternehmenskultur packt jeder mit an – und zwar nicht erst dann, wenn es brennt.

Alles eine Frage der Kommunikation

Führungskräften wird oft der Vorwurf gemacht, dass sie zu wenig loben und zu viel kritisieren. Das mag stimmen, doch auch an dieser Stelle gilt: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Nicht nur Vorgesetzte sind für die Kommunikation in einem Unternehmen verantwortlich, sondern auch ihre Mitarbeiter, die sich viel öfter die Frage stellen sollten: Was habe ich getan, um an das gewünschte Feedback oder an die gewünschte Information zu kommen?
Meiner Erfahrung nach ist es so, dass Kommunikationswege wie das Intranet, die Unternehmenszeitung oder der eigens eingerichtete Infopoint kaum genutzt werden und viele Mitarbeiter in Feedbackgesprächen kaum den Mund aufbekommen. Wo bleibt da die Eigenverantwortung? Und ist es nicht völlig klar, dass Schimpftiraden in der Kaffeeküche weit weniger zielführend sind als das bewusste Ansprechen von Schwierigkeiten in Anwesenheit des Chefs?
Möchte ein Unternehmen erfolgreich sein und seine Kunden begeistern, ist eine offene Kommunikation in den eigenen Büroräumen der erste Schritt. Nur was intern funktioniert, kann auch nach außen getragen werden, weswegen jede begeisternde Unternehmenskultur von einer transparenten Kommunikationsbasis geprägt ist. Machen Sie Ihrem Team klar: „Jammern ist kontraproduktiv und wird nicht geduldet. Stattdessen sprechen wir etwaige Probleme offen an, um eine schnelle, produktive Lösung herbeizuführen – ganz so wie wir es auch im Umgang mit unseren Kunden tun würden.“

Mitarbeiter an die Macht – Auweia!

Mit Ihrem Führungsstil haben Sie entscheidenden Einfluss auf das Verhalten Ihres Teams. Kommunikation, Klarheit, Kultur, Kreativität, Konsequenz, Kontrolle und Konzentration – das sind die 7 K, die darüber entscheiden, ob Ihr Führungsverhalten von Erfolg gekrönt wird. Sie wollen mehr darüber erfahren?

Dann fordern Sie jetzt mein kostenloses E-Book an, in dem ich ausführlich beschreibe, wie Sie Ihre Mitarbeiter zu Bestleistungen anspornen können. An dieser Stelle nur so viel: Auch wenn ich basisdemokratische Entscheidungen schätze, haben sie in einer begeisternden Unternehmenskultur nichts verloren. Mitarbeiter können sich nur dann auf ihre Aufgaben konzentrieren, wenn sie klare Ansagen bekommen – und genau dafür ist die Führungskraft verantwortlich. Denken Sie daran: Ihre Mitarbeiter jammern nur deswegen, weil Sie ihnen den Raum dafür geben, und wenn Sie daran etwas ändern möchten, schaffen Sie Klarheit. Lassen Sie bei der Formulierung ihrer Erwartungen keinen Interpretationsspielraum und fordern Sie die gewünschte Leistung bewusst ein. In einer begeisternden Unternehmenskultur ist kein Platz für Mitarbeiter, die ständig nur jammern oder intrigieren, und es ist Ihre Aufgabe als Führungskraft, solchen Teammitgliedern Paroli zu bieten. Wie das geht, lesen Sie hier.

Fotoquelle Titelbild: © Fotolia / blende11.photo

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By | 2017-02-12T18:29:45+00:00 14. Dezember 2016|Mitarbeiterführung|