Begeisterung als Doping

Begeisterung als Doping

Auf der Website des Göttinger Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther sind wir auf einen schönen Vergleich zur Wirkung der Begeisterung gestoßen sind. Diesen möchten wir in eigenen Worten widergeben und zum Nachdenken anregen:

Können sie sich noch an ihre Erlebnisse als Kind erinnern? An das Gefühl etwas Neues entdeckt zu haben, an ihre Offenheit und Entdeckerfreude? Wahrscheinlich nur an Bruchstücke. Doch wären diese Erinnerungen präsenter, wären viele Sorgen und Probleme des Erwachsenseins gar nicht existent.

Mit der Zeit geht vielen das verloren, was einem Kind pure Lebensfreude vermittelt: die Begeisterung. Ein Kleinkind erlebt zwanzig bis fünfzig mal am Tag einen Zustand größter Begeisterung. Dabei werden jedes Mal die emotionalen Zentren im Gehirn aktiviert. Die dort liegenden Nervenzellen haben lange Fortsätze, die in alle anderen Bereiche des Gehirns ziehen. Dies führt letztendlich dazu, dass neue Fortsätze gebildet werden, die für die Stabilisierung jener Verknüpfungen gebraucht werden, die für die Lösung eines Problems oder für die Bewältigung neuer Herausforderungen aktiviert wurden.

Aus diesem Grund werden wir bei den Sachen, die wir mit Begeisterung machen, so schnell besser. Jede Welle der Begeisterung löst in unserem Gehirn sozusagen ein selbsterzeugtes Doping aus. Also versuchen sie diese Begeisterung zu bewahren! Das Schlüsselwort hierbei heißt: Bedeutsamkeit. Damit wir uns für etwas begeistern, muss es bedeutsam für uns selbst sein. Aber was ist für uns noch bedeutsam? Wir sind gefangen in der Routine – wir funktionieren. Dabei leidet der eigentliche Reiz des Lebens. Um diesen zurückzuholen, müssen wir uns mit Begeisterung für alles, was uns bisher verschlossen war, öffnen!

Das Gehirn entwickelt sich so, wie und wofür es mit Begeisterung benutzt wird.

By | 2017-02-12T18:25:44+00:00 21. März 2012|Allgemeines|