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Landleben

Die schönsten Geschichten vom Landleben:
Ein ganz besonderes Geburtstags-Geschenk

"uiih-uiih-uiih" - mit lautem Kriegsgeschrei toben fünf kleine Indianer um das lodernde Lagerfeuer. Unsere kleine Tochter feiert zum ersten Mal mit ihren Kindergartenfreunden Geburtstag. Nachdem sich die Schar mit Ponchos, Stirnband und Bussardfedern in tapfere Krieger verwandelt hat, wurde gemeinsam ein Tipi errichtet und Holz für das Lagerfeuer gesammelt. Jetzt brennt es lichterloh. Später sollen über der Glut Würstchen für die Abenteurer gegrillt werden. Da überbringt der Kundschafter eine Botschaft des Stammes-Häuptlings: Ein Kalb wird geboren. Alle dürfen "life" dabei sein.

Bereits am Morgen haben wir die ersten Anzeichen für die bevorstehende Geburt registriert. Jetzt trampelt die Kuh unruhig von einem Fuß auf den anderen. Aus dem prall gewordenen Euter tropft bereits Milch. Schließlich legt sie sich nieder. Zeit auch für das "Premieren-Publikum", Platz zu nehmen. Im Halbkreis auf Strohballen sind alle schon sehr gespannt und verfolgen aufmerksam und mucksmäuschenstill das Geschehen. Zunächst kommt - wie ein großer, mit Wasser, gefüllter Luftballon die Fruchtblase zum Vorschein. Als sie platzt, werden die Vorderfüße sichtbar, bei jeder Wehe rutschen sie ein bisschen weiter heraus, bis auch das Köpfchen des Kalbes erscheint. Beim normalen Geburtsverlauf ist das der Zeitpunkt, wo ein Geburtshelfer, also meist der Bauer, unterstützend eingreifen kann. Mit sanftem Zug an den Füßen des Kalbes während der Presswehen kann der Geburtsverlauf so etwas beschleunigt werden. Umsichtig gießt Anna-Sofia warmes Wasser über das Becken der Kuh. Das wirkt entspannend. Unsere Kleine hat schließlich schon Erfahrung beim "Kälbern". Schon rutscht der Kopf durch und nach ein paar weiteren Wehen das Becken und die Hinterbeine. Das Kalb ist geboren! Noch pulsiert das Blut in der Nabelschnur, doch schon beginnt das Neugeborene zu atmen. Es schüttelt sich kräftig und prustet etwas Schleim aus den Atemwegen. Unbemerkt hat sich inzwischen auch die Nabelschnur gelöst. Als selbstständiges Wesen blickt ein kleiner Bulle in die staunenden Kinderaugen. Staunen kann man auch über die Reaktionen, mit der die Vierjährigen dieses außergewöhnliche Ereignis verfolgen. Der forsche Martin ist plötzlich ganz ruhig, die zierliche Daniela will alles ganz genau sehen und wissen. Kathrin ist einfach nur glücklich. Jetzt dürfen die Kinder selbst mit Hand anlegen und helfen, das Kalb mit frischem Stroh trockenzureiben, bevor es seine erste Mahlzeit bei der Kuh- Mama einnimmt.

Geschenk

Das war wirklich ein tolles Geburtstagsgeschenk, sind sich die kleinen Krieger einig und machen sich jetzt hungrig über die Würstchen her. Auch wir freuen uns und sind dankbar, dass wieder einmal alles gut verlaufen ist. Denn auch im Stall ist das keine Selbstverständlichkeit.


 
 

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