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Ist der Kunde der Dumme?

22. September 2009 von Ralf R. Strupat

Deutschland – das Land der „Dienstleistungsprobleme“. Es wird, diskutiert, gemäkelt und gestritten; im Visier stehen die Service-Kräfte in Deutschland. Aber hat sich an der Situation bis heute etwas geändert? Sind Sie mit dem Service im Supermarkt um die Ecke zufrieden oder von der Fachkompetenz im Elektronik-Fachmarkt begeistert?
Beim Stöbern im Internet („Googlen“) bin ich auf eine spannende Sendung im Nachtcafé vom SWR gestoßen , welche Sie sich auf YouTube in voller Länge und in „WideScreen“ anschauen können – dieser Service begeistert mich dann doch.

Kunde sein – ein hartes Geschäft

Die „Dauerbrenner“ sind auch heute noch Gewinnspiele und Kaffeefahrten… neu hinzugekommen sind in den letzten Jahren:

  • „Bei Anruf Betrug“: Abzocke übers Telefon
  • Betrug rund um Geldanlagen und Finanzen
  • Unzureichend ausgezeichnete oder vergammelte Lebensmittel

Verbraucherzentrale und Lebensmittelhandel: Wenn Meinungen aufeinander prallen

Edda Castelló von der Verbraucherzentrale Hamburg holt im Nachtcafé zum Rundumschlag aus, bleibt dabei aber noch ausgesprochen freundlich. Ihre Meinung: Es ist kompliziert geworden, in den heutigen Zeiten Kunde zu sein – will man für sein gutes Geld etwas Gutes bekommen, muss man selbst zum Experten werden. Dabei sind Sie schon Experte in Ihrem Beruf. Ich finde, das sollte reichen.

Ganz anderer Meinung ist dagegen Dierk Frauen vom Bundesverband des deutschen Lebensmittelhandels, der von „geradezu paradiesischen Bedingungen in Deutschland“ spricht. Reden Kunden also die Qualität von Dienstleistungen in Deutschland zu schlecht? Müssen wir stattdessen angesichts hervorragender Serviceleistungen regelrecht begeistert sein?

Keine Altersvorsorge dank schlechter Kundenberatung?

Paradiesische Zustände in Deutschland – „paradiesisch“ mag vielleicht „das Blaue“ sein, das vom Himmel versprochen wird. Wenn bei der Geldanlage – wie im Falle von Studiogast Anke Korte – die Altersvorsorge „dank“ Lehman-Zertifikaten flöten geht, muss man sich fragen: Darf in einer Beratung verschwiegen wird, dass ein Totalverlust der Geldanlage möglich ist?

Was oder wie viel ein Kunde wissen muss, lässt sich nicht „in Stein meißeln“. Was er aber bekommt, und was er gegebenenfalls verlieren kann, muss Gegenstand einer Beratung sein. Ich ahne, die Diskussion ist noch längst nicht zu Ende. Daher freue ich mich über Ihre Meinung. Ist Deutschland eine Service-Wüste, der Kunde der Dumme?

1200 Euro für Sportkleidung …

24. August 2009 von Ralf R. Strupat

… kommt es so sehr auf die richtige Betonung an?

Diese nicht unwesentliche Summe wollten meine Frau und das Trainerteam am Ort ausgeben, um eine großzügige Spende der Sparkasse der Kinderleichtathletik zugute kommen zu lassen. Was würden Ihre Mitarbeiter wohl dazu sagen, wenn sie binnen kurzer Zeit in etwa eine ganze Tagesgage erwirtschaften könnten?

Begeisterung sieht anders aus

Das Einkaufsteam wurde leider ebenso enttäuscht, wie meine Frau. Schlechte Beratung, kein Service….  1200 Euro für Sportbekleidung waren offenbar wenig Anreiz, um die Mitarbeiter vor Ort zu begeistern.

Und das, obwohl wir das Jahr 2009 schreiben, eben jenes, wo doch jeder Cent zählt. Ich finde es unglaublich – zumal wir gerade am Ort in Zusammenarbeit mit der Kommune an einem großen Projekt mitwirkten, damit die dortigen Einzelhändler an Attraktivität für ihre Kunden zulegen: Fassaden wurden verschönert, Schaufenster gestaltet, Produktpräsentationen optimiert… und dann das.

Liebe Kommunalpolitiker und Einzelhändler: Menscherlebnis geht vor Materialerlebnis! Was nützt der schönste Laden, wenn “Zombies” darin  rumlaufen…?