Vor wenigen Wochen hat “unsere” Lena beim Eurovision Songtest in Olso die Nachfolge von Friedensengel Nicole angetreten. Deutschland im Ausnahmezustand: Unser Star für Oslo und Stefan Raab versetzen die Nation in Freudentaumel. Ankunft am nächsten Tag auf dem Hannoveraner Flughafen mit hohem medialen Interesse – “Like a Satellite” auf allen Kanälen. Wer hat Ende Mai nicht dieses Lied mitsummen müssen, wenn es mal wieder im Radio oder einer Nachrichtensendung gespielt wurde?
Doch allzu oft verfliegt die Begeisterung ebenso schnell, wie sie gekommen ist. “Strohfeuer” nennt sich dieses interessante Phänomen. Wenn Sie heute in die Zeitung schauen oder den Fernseher einschalten, scheint der Satellit die Umlaufbahn bereits schon wieder verlassen zu haben.
Nach Lena kommt Uwu Lena
Doch Stefan Raab wäre nicht Stefan Raab, wenn er nicht schon das nächste Ass im Ärmel hätte. Nicht nur den Bloggerkollegen aus der Werbeszene kommt der Verdacht, dass es sich bei der jüngsten “Amateur-Produktion” von “Uwu Lena” um einen geschickten Schachzug aus dem Hause Raab.TV handeln könnte. Hier erstmal der Clip “Schland o Schland”:
Und hier das passende Statement vom Werbeblogger:
…die ganze Geschichte wäre ein geplantes Vermarktungsprojekt, bei dem zumindest ein Teil der beteiligten Profiteure mit ein wenig “Astroturfing” nachgeholfen hat, um noch schnell eine breite Aufmerksamkeitsbasis für einen aktuellen WM-Song nachzulegen
Besonders der Begriff “Astroturfing” hat es mir angetan – noch nie gehört, aber sehr interessant, da direkt verlinkt:
Der Begriff Astroturfing bezeichnet – insbesondere im amerikanischen Sprachraum – Public-Relations- und kommerzielle Werbeprojekte, die darauf abzielen, den Eindruck einer spontanen Graswurzelbewegung vorzutäuschen. Ziel ist dabei, den Anschein einer unabhängigen öffentlichen Meinungsäußerung über Politiker, politische Gruppen, Produkte, Dienstleistungen, Ereignisse usw. zu erwecken, indem das Verhalten vieler verschiedener und geographisch getrennter Einzelpersonen zentral gesteuert wird.
Ob Astroturfing, Lena-Kopie “Schland o Schland” oder der Eurovision Song Contest – am Ende kommt es darauf an, das Feuer der Begeisterung hoch zu halten. Die Medien und ihre Vertreter á la Raab & Co. wissen genau, wie sie das schaffen. Sie nutzen geschickt jede Welle, um zu neuen Erfolgen zu reiten. Die Zuschauer freut es; sie werden vor lauter Euphorie einfach an den Strand gespült.
Wie gelingt es Unternehmen und Organisationen, ebenfalls auf dieser “Welle der Begeisterung” zu surfen? Wo sehen Sie die Herausforderungen und Gefahren? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!












