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Full Service – das war gestern!

12. Juli 2010 von Ralf R. Strupat

Full-Service? Fast alle Billig-Fluggesellschaften haben den Service gestrichen! Und auch Air Berlin, die größte deutsche Fluggesellschaft, lässt richtig nach! Jedes Extra wird auch extra bezahlt und das nicht zu knapp! Engere Sitzreihen, weniger Platz, mehr Passagiere in der Kabine sind keine Ausnahme, sondern bei allen Billigfliegern an der Tagesordnung. So habe ich das live erlebt beim Rückflug von Faro (Portugal) nach Deutschland.

Service-Wüste in der Luft

Einige Fluggäste waren entsetzt über die extrem langen Wartezeiten an den Flug-Schaltern und in der Halle. Die Gebühren für Übergepäck werden bereits ab 1 kg Zusatzgepäck berechnet, da heißt es beim Packen: Geschickt überlegen, was wirklich gebraucht wird! Gebühren für die Sitzplatzreservierung, und und und – da ist der Flug eigentlich gar nicht mehr so günstig wie vorher angenommen. Und vom Service am Bord wollen wir gar nicht sprechen – da war die Kaugummi kauende Stewardess nur das Sahnehäubchen!

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Versteckte Kosten, die erst auf den zweiten Blick auffallen, mangelnder Flugkomfort und dann auch noch ein mühsames Stornieren des Fluges – alles in allem muss das Nervengerüst noch gut in Takt sein, sonst ist ein Verzicht auf das Fliegen das einzig Vernünftige. Wer billig fliegen will, der darf keine Ansprüche stellen, sondern muss damit zufrieden sein, im Flieger überhaupt sitzen zu können. Denn auch in diese Richtung hat es ja schon Überlegungen gegeben. Sitzplätze abschaffen und zu Stehplätzen umwandeln; für den Toilettengang zahlen und zwar jedes Mal!

Schlechter Ruf für Billigflieger

Die Stiftung Warentest hat zehn Billigflieger getestet. Die neuste Untersuchung eines Marktforschungsinstituts bescheinigt einigen einen schlechten Ruf. So erhielten Ryanair, Easyjet, Germanwings und Condor im Prüfpunkt Preistransparenz ein “Mangelhaft”.
Laut Stiftung Warentest ist günstiges Fliegen nach wie vor möglich. Jedoch tricksen einige Airlines immer noch bei der Preisangabe. Zusatzangebote, wie bevorzugtes Einsteigen oder diverse Versicherungen waren bei der Online-Buchung weiterhin voreingestellt. Die Airlines locken mit billigen Preisen, die nach dem Buchen oft in die Höhe schnellen.

Wenn jemand seinen Flug nicht antreten kann, hat er kaum Möglichkeiten, sein Geld zurückzuerhalten. Durch hohe Gebühren ist Umbuchen meist nicht lohnenswert und Informationen zum Stornieren von Flügen suchen Sie auf vielen Webseiten vergeblich. Dabei sind die Fluglinien verpflichtet, Steuern und Gebühren einer nicht angetretenen Flugreise zurückzuerstatten.

Nach wie vor gilt: Wer früh genug bucht und keinen Service erwartet, der kann preiswert ans Ziel kommen – und dies meist auch pünktlich. Alle anderen werden von den Billig-Airlines enttäuscht sein!

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