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Extra Belohnung für gute Martinslieder

12. November 2009 von Ralf R. Strupat

In der vergangenen Woche leuchteten auch in Versmold wieder Kinderaugen mit den Lichtern der Laternen um die Wette. Wie herrlich die bunten und oftmals selbst gebastelten Laternen in der Dämmerung scheinen, fasziniert mich jedes Jahr aufs Neue. Doch leider gibt es auch immer wieder „Trittbrett-Fahrer“, die versuchten, auf simple Art und Weise möglichst viele Süßigkeiten zu „ersingen“.

Traditionelle Martins-Lieder erfreuen die Hausbewohner

„Als Martin noch ein Knabe war“, „Sankt Martin“ und das in Versmold traditionelle plattdeutsche „Oller Hilgesmann“-Lied sind bei den „Hausbesuchen“ gern gehörte Musikstücke. Mit ihren Laternen vor der Nase und aus voller Kehle singen die jüngeren Martins-Gänger die bekannten Lieder. Da stimmt dann zwar nicht jeder Ton, aber Dieter Bohlen ist ja Gott sei Dank weit weg. Eine passende Motivation zum Singen-Gehen ist immer noch schöner als die richtige Intonation.

Doch was einer Freundin von mir letzte Woche passierte, ist wirklich unglaublich. An ihrer Tür klingelten zwei Teenager, die, nach ihrer Beschreibung, schon längst aus dem Laterne-Alter herausgewachsen waren. Aber warum soll man Teenagern ein Lied verwehren?, dachte sich meine Bekannte. Die beiden Jungendlichen stimmten ein und sangen: „Bin ein kleiner König, gebt mir nicht zu wenig.“

Daraufhin drehten sich die beiden Jungs um und hielten meiner Bekannten den aufgesetzten, offenen Rucksack unter die Nase und ergänzten: „Süßigkeiten hinten rein“.

Tradition begeistert deutlich mehr als Dreistigkeit

Die Kostprobe währte nur wenige Sekunden und dafür wollten die beiden Teenager nun eine Belohnung haben? Überrumpelt von der Aktion gab meine Bekannte den beiden Jungs ein paar Süßigkeiten, doch ärgerte sie sich im Nachhinein doch deutlich. Warum geben sich so viele Kinder Mühe, gestalten Laternen und ziehen mit mehreren Strophen singend durch die Innenstädte? Und warum schließen sich Jugendliche diesen Umzügen an und schaden dieser Stimmung?

Welche Erfahrungen haben Sie bei Martins-Umzügen gesammelt? Was waren für sie begeisternde Lieder und Präsentationen? Ich freue mich auf Ihre bunten Geschichten.

Ein Kommentar

  1. Michael sagt:

    Es kann überhaupt nicht früh genug damit begonnen werden, den Kids begreiflich zu machen, dass es “Belohnungen” nur gegen eine Leistung gibt, welche vom Belohnenden auch gewünscht wird. Bei den beiden Jugendlichen wurde dies wohl bisher versäumt. Gruß Micha

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