„Weibliche Mitarbeiter sind in allen Berufen wichtig, nicht nur in traditionellen Frauenberufen“, schreibt Brigitte Jank. Sie ist die Präsidentin der Wirtschaftskammer in Wien und unterstützt vor allem Mädchen und junge Frauen bei der Berufswahl. Ihr Credo: „Wir wollen den jungen Mädchen, die viel zu sehr in tradierten Rollenbildern leben, die Fülle an Chancen aufzeigen, die die Berufswelt für sie bietet.“ Doch bis zu den österreichischen Nachbarn müssen wir gar nicht blicken, denn auch in Ostwestfalen gibt es seit einigen Jahren ein Projekt, das Mädchen und junge Frauen an technische und naturwissenschaftliche Bereiche heranführt – der Girls’ Day.
Durch frühzeitige Begeisterung Perspektiven schaffen
Technische Berufe bieten viele Perspektiven, ist sich Brigitte Jank sicher. „Wer sich als Jugendlicher für Technik und Forschung entscheidet, hat gewonnen und beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, weiß die Präsidentin der Wirtschaftskammer in Wien.
In Deutschland ist das Projekt noch recht jung. Seit 2001 veranstalten das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Bundesagentur für Arbeit und viele weitere Kooperationspartner diesen ganz speziellen Tag. Und auch in Versmold, meiner Heimatstadt, wird der Girls’ Day mit Begeisterung aufgenommen. Um ein Beispiel zu nennen: Hier nahmen in diesem Jahr elf Betriebe teil und gaben den Schülerinnen aus den siebten Klassen der Versmolder Real- und Hauptschule bunte Einblicke in die „typische Männerberufe“. Die Betriebe vermittelten den Mädchen wichtige Erfahrungen und konkrete Vorstellungen von den Berufen. Ich finde, spannender können Berufe einfach nicht vorgestellt werden!
Steigende Nachfrage nach Frauen in technischen Berufen
Der Girls’ Day gewinnt bei den Betrieben und auch den Schulen rasant an Bedeutung und Beliebtheit. Vor acht Jahren, zum Start der Aktion, gab es lediglich 39 Veranstaltungen mit 1.800 Teilnehmerinnen. In diesem Jahr nahmen etwas mehr als 127.000 Mädchen und junge Frauen an 9.100 Veranstaltungen teil. Eine wahnsinnig gute Steigerung und Vervielfachung der Teilnehmerinnen. Für das neue Jahr schreibt die Gleichstellungsbeauftragte Ulrike Brunneke derzeit wieder Firmen in Versmold an. Auf der Homepage der Stadt Versmold lesen Sie, warum es neben dem Girl’s Day hier auch einen Boys’ Day gab.












