Archiv für die Kategorie „Kundenzufriedenheit“

Wann darf ich wieder zum Zahnarzt, Papa?

22. Januar 2010 von Ralf R. Strupat

Wie können Sie es schaffen, dass kritische Kunden zu begeisterten Kunden werden und gerne wieder zu Ihnen kommen? Bei meinem Blogger-Kollegen Steffen Adler habe ich dazu eine wirklich verrückte und gleichzeitig doch so gute Idee gelesen: Ein Kinderzahnarzt, zu dem die Kinder gerne hingehen und sich sogar auf den nächsten Besuch freuen.

Zahnarzt und Begeisterung – ein Widerspruch in sich?

Nur „zähneknirschend“ werden die meisten von uns zum Zahnarzt gehen! Der mindestens einmal jährliche Besuch beim Dentisten ist für viele von uns eine leidige Pflichtübung. Auch wenn das Resultat strahlend weiße und schöne Zähne sein sollen, so löst der Zahnarztbesuch mit Sicherheit keine große Begeisterung aus.

Nach einem Besuch der Zahnarztpraxis für Kinder von Rebecca Otto fragte die Tochter von Steffen Adler ihren Vater „Wann darf ich wieder zum Zahnarzt, Papa?“ Scheinbar hat es der kleinen Patienten in der Zahnarztpraxis so gut gefallen, dass ein erneuter Besuch bei der Ärztin kein Problem darstellt.

Wie Sie bei kleinen Kunden große Begeisterung auslösen können

Wenn Sie sich die Website der Zahnarztpraxis für Kinder ansehen, werden Sie schnell sehen, warum die Kinder so gerne zu Rebecca Otto gehen. Alle Räume sind kunterbunt und liebevoll gestaltet. Im Wartezimmer stehen Bobby Cars für die Kinder zur Verfügung, die Liegen im Behandlungszimmer sind wahlweise in mädchen-rosa oder himmel-blau gehalten. Farbkonzepte, die die kleinen Kunden auf jeden Fall ansprechen und auch bei den Eltern mit Sicherheit für Begeisterung sorgen.

Der tiefste Mülleimer der Welt

23. Dezember 2009 von Ralf R. Strupat

Auf welch verrückte Ideen Firmen kommen können, um Menschen zu bewegen und für gewünschte Verhaltensweisen zu begeistern, zeigt der Automobilkonzern Volkswagen in einer neuen Reihe von wirklich gelungenen Videos. Auf der Seite www.thefuntheory.com präsentieren die Wolfsburger drei spaßige Videos, die alle einen sinnvollen Hintergedanken verfolgen. Das Leitmotiv der Autobauer dabei: Spaß ist der einfachste Weg, um Menschen zu einem besseren Verhalten zu bewegen.

Warum die Rolltreppe nehmen, wenn die Stufen musizieren?

Wenn wir durch die Straßen gehen, sehen wir überall Müll. Warum schmeißen die Menschen ihren Müll nicht direkt in die dafür vorgesehen Behälter? Was hindert sie daran? Ist es vielleicht einfach nur der Spaß an der Tätigkeit? Um die Menschen im Park für’s Müllsammeln zu begeistern, wurde ein spezieller Mülleimer mit Lautsprechern und einem Sensor ausgestattet. Sobald jemand etwas in den Mülleimer schmeißt, reagiert der Sensor und löst einen Ton aus. Wie tief scheinbar der Müll fällt, sehen Sie sich am besten selbst an.

Über 72 Kilo Müll wurden so, nach Aussage des Videos an einem einzigen Tag gesammelt. Den Leuten merkt man im Video zuerst die Verwunderung über den scheinbar tiefen Fall des Mülls an. Einige sammeln daraufhin noch einmal extra Müll auf, um das zuvor Erfahrene noch einmal zu erleben. So lassen sich Menschen spielend für die Müllentsorgung gewinnen!

Punktesammeln mit dem digitalen Flaschen-Container

Die Motivation mit dem Abfalleimer klappt auch sehr gut in zwei anderen Bereichen, wie die weiteren Videos auf der Internetseite zeigen. Statt die Rolltreppe zu nutzen, sollen die Fahrgäste, die aus der unterirdischen Haltestelle kommen, die Stufen nutzen. Warum können also nicht die stein-grauen Treppen-Stufen in eine schwarz-weiße Klaviatur verwandelt werden, die beim Betreten sogar noch Geräusche machen. Oder wie wäre es mit einem Flaschen-Container, bei dem Sie Punkte sammeln können? Schauen Sie sich die Videos an und lassen Sie sich von den Möglichkeiten und Ideen begeistern!

Der weiße Apfel, der begeistert

21. Dezember 2009 von Ralf R. Strupat

Noch vor zehn Jahren waren Apple-Computer etwas für eine kleine Randgruppe der PC-Nutzer. Außer Grafikern, Redakteuren und ein paar verwegenen Computer-Freaks kümmerte sich niemand groß um die Rechner aus dem kalifornischen Cupertino. Dank einer simplen und intuitiven Bedienung der Geräte und einem geheimnisvollen Image begeistern sich immer mehr Menschen für Apple-Produkte.

Der iPod machte den Anfang

Haben Sie schon einmal ein iPhone von Apple in der Hand gehalten und jemanden angerufen oder nur durch das Menü mittels Touchscreen navigiert? Mich hat die intuitive Bedienung so sehr begeistert, dass ich mir gleich ein iPhone von Apple zugelegt habe. Immer wieder höre ich von Kunden und Bekannten, wie zufrieden sie mit dem iPhone und anderen Produkten sind.

Mit dem iPod fing vor einigen Jahren der Erfolg bei Apple an. Und der Erfolg hat noch einen weiteren Namen. Der Begriff Apple ist unweigerlich mit dem CEO Steve Jobs verbunden. Erst Jobs brachte mit seinen kongenialen Ideen den Computerhersteller wieder auf die Erfolgsspur – und das in einer atemberaubend kurzen Zeit. Unter seiner Führung wurde nicht nur das iPhone und der iPod entwickelt, sondern auch die Reihe der Computer und Notebooks immer wieder neu erfunden. Und die Konsumenten lieben Apple!

Virales Marketing at its best

Kaum ein anderes Unternehmen wird häufiger in der Gerüchteküche erwähnt, als die Firma mit dem weißen Apfel-Logo. In zahlreichen Foren und Weblogs wird immer wieder über neue Apple-Produkte spekuliert. Auch Apple-Fachzeitschriften wie maclife.de oder macnews.de beteiligen sich regelmäßig an den Spekulationen. Ein Gerücht, das schon seit 18 Jahren durch die Fan-Gemeinde geistert, aber immer mehr Kontur annimmt, ist die Vorstellung eines Tablet-Macs – eine Art großes iPhone mit berührungsempfindlichem Bildschirm. Sollte CEO Steve Jobs ein derartiges Gerät im neuen Jahr vorstellen, werden mit großer Sicherheit zum Verkaufsstart lange Schlangen vor den Verkaufsstellen stehen. Doch bis dahin wird noch viel Wasser den Rhein hinab laufen und noch zahlreiche Gerüchte rund um Apple und seine Produkte die Runde machen.

Bunte Eier bei Arminia Bielefeld

4. Dezember 2009 von Ralf R. Strupat

Die Begeisterung für Fußball kennt in Deutschland keine Grenzen. Nach der Fußball-WM 2006 im eigenen Land scheint die Leidenschaft noch einmal gewachsen zu sein. Auf den Zug der Begeisterung sprang auch der jetzige Zweitligist Arminia Bielefeld mit einer einzigartigen Werbekampagne auf, um die eigenen Fans zu motivieren und neue Mitglieder zu finden.

Werbekampagne sorgt für Fußball-Patriotismus

Zugegeben, nach einigen wirklich hervorragenden Spieltagen in der zweiten Bundesliga holte die Bielefelder Arminia aus den letzten drei Partien lediglich einen einzigen Punkt. Für ein Fußballteam, dessen Trainer die Zweitliga-Meisterschaft ausgerufen hat, ist das deutlich zu wenig. Zum Start der Werbekampagne vor etwas mehr als einem Jahr ging es für die Bundesliga-Profis noch um den Klassenerhalt in der ersten Fußballbundesliga.

Die Idee, eine großangelegte Werbekampagne zu schalten, fand ich zunächst etwas verwunderlich, aber als ich die Motive sah, war ich sofort begeistert. Vor allem folgendes Bild hat mir besonders gut gefallen, das angelegt ist an ein Zitat von Torwartlegende Oliver Kahn.

Motiv der Werbekampagne von Arminia Bielefeld

Motiv der Werbekampagne von Arminia Bielefeld

Doch auch andere Zitate sorgen für das eine oder andere Schmunzeln oder regen zum Nachdenken an. „Heimspiel“, „Zähne zeigen“, „Schwarz-Weiß-Blau sind alle unsere Farben“ oder „Wenn schon blau, dann richtig blau“ stand auf einigen Motiven, die an Plakatwänden, Bushaltestellen und Litfass-Säulen in ganz Bielefeld hingen. Eine Übersicht über alle Motive können Sie hier sehen.

Bunte Eier begeistern auch Arminia-Fans

Das bunte Ei sorgt demnach nicht nur für Kundenbegeisterung, sondern auch für eine ganz besondere Fan-Begeisterung. Auch wenn der Abstieg des zu meiner Heimatstadt Versmold nächstgelegenen großen Klubs auch durch die Werbekampagne nicht verhindert werden konnte, so drücken wir der Arminia aus Bielefeld ganz fest die Daumen und freuen uns schon auf neue Motive der tollen Kampagne.

Besondere Mitarbeiterkultur bei „Schlafkultur“

2. Dezember 2009 von Ralf R. Strupat

Muss eine ausgezeichnete Qualität von Produkten und Dienstleistungen immer auch mit einem hohen Preis verbunden sein? Jeder, der einen teuren Neuwagen kauft, kennt die zusätzlichen Angebote. Satte Rabatte oder technische Extras sollen die Autokäufer zusätzlich begeistern. Ein Bekannter erzählte mir kürzlich von seinen nachhaltig positiven Erfahrungen als Student im Bettengeschäft „Schlafkultur“ in Bielefeld.

Ein gutes Bett hat seinen Preis

Mein Bekannter zieht mit seiner Partnerin in die erste gemeinsame Wohnung. Beide sind Anfang 20 und Studenten. Für das erste eigene Heim fehlte den beiden Studenten nur noch ein passendes Bett. „Wie man sich bettet, so schläft man“, sagt ein altes Sprichwort und das dachte sich auch das junge Pärchen. Gemeinsam mit seiner Partnerin sparte er Geld für ein hochwertiges Bett und machte sich auf den Weg nach Bielefeld, um sich vor Ort im Bettengeschäft Schlafkultur beraten zu lassen.

„Der Service hat uns besonders fasziniert“, erzählte er mir später. „Ihre Zufriedenheit liegt uns am Herzen. Wir beraten Sie kompetent und fair. Auf Wunsch auch bei Ihnen zuhause. Fachgerechte Montage, Entsorgung und Umtausch sind für uns selbstverständlich“, haben sich die Inhaber auf ein großes Plakat geschrieben. Dieser Service ist beim gegenüberliegenden großen schwedischen Möbelhaus keineswegs eine Selbstverständlichkeit, wie mein Bekannter und auch ich schon feststellen mussten.

Ein Verkäufer, dessen Beratung nachhaltig wirkt

„Zugegeben, die Preise für Betten, Lattenroste und Matratzen waren uns dann doch zu hoch, aber die Beratung war erstklassig“, erklärte mein Bekannter. Dennoch habe der Inhaber genau die richtige Mischung zwischen Betreuung und Beratung gefunden ohne die beiden Studenten zu sehr einzuengen. „Wir waren total überrascht, wie gut wir beraten wurden, obwohl der Inhaber ja auch unser Alter einschätzen konnte“, erzählte er weiter.

So muss ein Verkaufsgespräch laufen: Auch wenn der Verkäufer eventuell absehen kann, dass er keine Produkte oder Dienstleistungen verkaufen wird, gehört eine gute Beratung zum Kundenservice. Letztendlich steigt damit die Kundenzufriedenheit und auch eine Kundenbindung wird erleichtert, denn: Sobald das junge Paar das nötige Kleingeld hat, weiß es mit großer Sicherheit, wo sie ihre Betten kaufen werden.

Alljährlich steigt bei mir die Unruhe, wenn Weihnachten wieder unbarmherzig näher rückt. Ich mache mir bereits im Sommer und Herbst die ersten Gedanken über geeignete Geschenke – verwerfe diese Ideen dann aber wieder! Das Fest der Feste rückt weiter und weiter vor und dann erlebe ich bereits die ersten Weihnachtskekse, Dominosteine und Lebkuchen in den Geschäften. Ab jetzt wird’s ernst – denn auch die Beschallung in den Geschäften, Fußgängerzonen und Einkaufscentern erzählt mir, dass das wichtigste Fest des Jahres vor der Tür steht!

Und dann ist Douglas immer meine Anlaufstelle. Vor einigen Jahren bin ich auch mal ein oder zwei Tage vor dem Heiligen Abend oder auch direkt an diesem in der Parfümerie gewesen, um noch die Lieblingsdüfte meiner Lieben zu ergattern. Hier kann man zu diesen Zeiten besonders geschäftiges Treiben erleben – Trauben von Menschen zieht es in die Parfümerie, die unterschiedlichsten Gerüche und Düfte ziehen durch den Laden und die Schlange vor der Verpackungsstation wird länger und länger.

Alle warten darauf, dass Ihr Duft, die Gesichtscreme oder das After Shave herrlich weihnachtlich verpackt werden. Und hier wird niemand enttäuscht – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für die Geschenkverpackungen und die bombastischen Schleifengarnituren zuständig sind, sind überaus fleißig dabei und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen!

Immer begeistern mich die schönen Geschenkverpackungen und eigentlich finde ich es sogar richtig schade, wenn diese Pracht zum Fest dann einfach aufgerissen und entsorgt wird. Manches Mal finde ich die Verpackung viel schöner, als den Inhalt …

Begeisterte Besucher in Groß-Aschen

20. November 2009 von Ralf R. Strupat

Heute erzählt uns Frau Doris Wiegmann, Inhaberin des kleinen Bauerncafés Up´n Lanne in Groß-Aschen, zwischen Bünde und Melle gelegen, wie und wann sie ihre Kunden begeistert.

1. Mit welcher Aktion haben Sie zuletzt bei Ihren Kunden für Begeisterung gesorgt?  Was war Ihre erfolgreichste Aktion, mit der Sie sogar neue Kunden hinzu gewonnen haben?

    Unsere Kunden sind jedes Mal wieder begeistert vom schönen Ambiente im kleinen Bauerncafé Up´n Lanne in Groß-Aschen. Der herrliche Kastaniengarten mit seinen über 100 Jahre alten Bäumen lädt gerade an heißen Sommertagen zum Verweilen ein. Hier kann man es sich bei Kaffee und leckerem Kuchen so richtig gut gehen lassen. Die frische Landluft tut gut und es ist ein leichtes, sich vom Alltagsstress zu erholen. Meine Gäste sind hauptsächlich Stammgäste, die ich in den Sommermonaten sehr oft im Café begrüßen kann. Viele von ihnen kommen mit dem Fahrrad; das liegt ja auch nahe, denn der Else-Werre-Radweg ist nur ein paar hundert Meter von unserem Hof entfernt. Außer dem normalen Café-Betrieb am Wochenende organisieren wir auch Familienfeste jeglicher Art. Z. B. kann bei uns ein Geburtstags-Kaffee-Trinken oder auch ein Grillabend stattfinden. Seit dem wir diese Art Events mit anbieten, sind wir in den Sommermonaten ziemlich ausgebucht.

    2. Wann wurden Sie persönlich zuletzt als Kunde begeistert?

    Vor ein paar Tagen habe ich meinen Geschenkgutschein vom letzten Weihnachtsfest, den mir meine Töchter geschenkt hatten, eingelöst. Es war herrlich; ein ganzer Tag entspannender Wellness – ich habe mich rundum wohl gefühlt und konnte so richtig relaxen. Danach habe ich mich wie neu geboren gefühlt! Ich bin total begeistert von diesem Angebot und werde mir auch in Zukunft den einen oder anderen Tag dafür freihalten. Das lohnt sich wirklich – danach hatte ich wieder richtig Kraft, um neue Dinge anzugehen.

    3. Wie begeistert sind eigentlich Ihre Mitarbeiter? Glauben Sie, dass Sie durch eine erhöhte Mitarbeitermotivation noch mehr Kunden an sich binden könnten?

      Meine fleißigen Mitarbeiterinnen sind meine Töchter, die hier im Café zu jeder Zeit mithelfen und organisieren. Sei es der Einkauf, Dekoration der Tische oder die Organisation in der Küche – ohne meine Töchter würde ich die ganze Arbeit im Café nicht schaffen. Sie sind zusätzlich auch im Service tätig und wenn alles wie am Schnürchen läuft, sind wir alle hochmotiviert und dann macht die Arbeit auch richtig Spaß! Unsere Kunden wissen, dass das Cafe´ „Up´n Lanne“ ein Familienbetrieb ist; sie schätzen den guten Service, die kleine, aber feine Speisen- und Getränkekarte und den persönlichen Kontakt zur Familie.

      4. Lassen sich Kunden in Zeiten der Krise leichter begeistern, oder muss man sich als Unternehmer zurzeit mehr einfallen lassen? Gibt es bei Ihnen Strategien, in der Krise neue Chancen zu erkennen und zu nutzen?

        Wir merken von der derzeitigen Krise nichts oder wenn, dann nur sehr wenig. Fahrradfahrer, die am Wochenende unterwegs sind, wollen immer irgendwo einkehren und etwas essen oder trinken. Bei uns finden Sie faire Preise, frisch zubereitete Speisen, gekühlte Getränke, einen netten Schattenplatz unter dem Blätterdach der alten Kastanien und immer auch den freundlichen Service. Wir kümmern uns um die Wünsche unserer Gäste – und das spüren diese auch. Wer einmal bei uns zu Gast war, der wird auch wiederkommen!

        Kundenservice und Selbstverständlichkeiten

        10. November 2009 von Ralf R. Strupat

        Der Werbetherapeut möchte nicht als WARE, sondern als GAST behandelt werden. Zu recht, wie ich finde. In einem aktuellen Beitrag berichtet der Österreichische Marketing-Fachmann von seinen Erfahrungen im Hotel-Gewerbe. Ich zitiere:

        “Ich habe kein einziges Mal erlebt, dass der Hotelier oder die Hotelangestellt auch nur ein einziges mal nach der Reise- oder der Autofahrt oder was auch immer gefragt hätte. Kein einziges Mal, wie kommen Sie auf unser Hotel, oder sonstigen Small Talk. Nichts, aber auch gar nichts persönliches. Ich fühle mich als Gast nie wirklich WILLKOMMEN! Ich bin Ware und die muss “untergebracht werden”. Basta!”

        Alois Gmeier schildert weiter, wie er beim Oktoberfest in München in einem 4****-Hotel eincheckte und sich gerne vor der Wies’n noch kurz umziehen wollte. Seine 9-jährige Tochter im Schlepptau. Leider war sein Zimmer noch nicht bezugsfertig, kann passieren. Doch dass der einzige Ort zum Kleiderwechsel die Toilette im Untergeschoss sein soll, erscheint mir mehr als fraglich.

        LÖSUNGEN sehen anders aus. Dabei empfinden viele aus dem Gastronomie- und Hotelgewerbe eine freundliche Begrüßung, ein Schokolädchen auf dem Kissen und frische Blumen auf dem Zimmer schon als besonderen Kundenservice. Dem muss ich eindeutig widersprechen:

        Alle Maßnahmen, die einem Gast (!) den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen und ihm das Gefühl vermitteln, willkommen zu sein, sind kein Kundenservice. Es sind SELBSTVERSTÄNDLICHKEITEN!

        Bitte entscheiden Sie kurz: Kundenservice oder selbstverständlich?

        • Freundliches Lächeln am Empfang, herzliche Begrüßung
        • Koffer aufs Zimmer bringen, den Gast begleiten
        • Sauberes und nett dekoriertes Zimmer
        • Kostenfreier Internetzugang auf dem Hotelzimmer
        • Weckruf-Service am nächsten Morgen per Telefon
        • Nachfragen, wie es dem Gast geht und ob er noch weitere Wünsche hat

        In meinen Augen sind diese Bereiche alle selbstverständlich, kein besonderer Kundenservice. Schließlich zahlt der Gast, Gast sein zu dürfen. Und als Gast hat er ein Anrecht auf Gastlichkeit. Beispiele für Kundenservice gefällig, wie ich sie in einigen Hotels schon erlebt habe?

        • Zur Begrüßung ein Glas Sekt oder Orangensaft beim Einchecken
        • (Kostenfreie) Massage im Wellness-Bereich
        • Sonnenbrillen und Sonnenmilch auf der Dachterasse, wenn die Sonne scheint
        • Aktuelle Fernseh-Zeitschrift sowie eine Auswahl an Tageszeitungen auf dem Zimmer
        • Empfehlungen für Ausflugsziele bzw. Ideen zur Abendgestaltung (oder sogar die Organisation eines Programms für den Abend oder nächsten Tag)

        Wer heutzutage Kunden VERBLÜFFEN und BEGEISTERN möchte, darf sich nicht mit Selbstverständlichkeiten aufhalten. Freundlichkeit ist eine Tugend, kein Service. Lassen Sie sich etwas einfallen, um Ihre Gäste zu VERWÖHNEN und den Aufenthalt GENIESSEN zu lassen. Dann wird sich auch Herr Gmeiner bald nicht mehr als Ware, sondern als willkommener Gast fühlen.

        Neulich… an der Frischetheke

        3. November 2009 von Ralf R. Strupat

        Eine gute Bekannte berichtete mir neulich von einem Service-Erlebnis der besonderen Art. Sie wollte für ihren Mann gerne Hähnchen in Wermut-Sahne-Sauce kochen, schön mit Bandnudeln und … Sie merken schon – mir läuft da jedes Mal das Wasser im Munde zusammen… :-)

        Auf jeden Fall stand meine Bekannte neulich also vor der Frischetheke eines bekannten Supermarkts, um das Geflügel Ihrer Wahl zu erstehen:

        “NEIN! Geflügel gibt es heute nicht!”, war die schnelle Antwort der Verkäuferin.

        Und sie setzte in schrillem Ton fort: “Montags gibt es NIE Geflügel, da wird immer erst geschlachtet!”

        Was der Mangel an Geflügel mit mangelhaftem Kundenservice zu tun hat

        Meine Bekannte hat sich in diesem Moment einfach vor den Kopf gestoßen gefühlt. Nicht der Mangel an Geflügel, sondern der Umgang mit ihr war einfach “mangelhaft”. Wer auf seinen Wunsch ein allzu deutliches “NEIN” hört und im Nachsatz erklärt bekommt, warum er diesen Wunsch gefälligst auch nicht haben dürfte (”Montags gibt es schließlich NIE Geflügel!“), fühlt sich einfach belämmert – oder “geflügelt”, ganz wie Sie wollen.

        Der Ton macht die Musik – und die klingt mit freundlichen Worten und einer kundenorientierten Ausdrucksweise gleich viel harmonischer. Was wären konkrete Alternativen gewesen? Hier mal ein paar Beispiele:

        • “Gerne biete ich Ihnen Geflügelfleisch wieder morgen an. Uns ist absolut frische Ware sehr wichtig und deshalb schlachten wir immer erst am Montag, damit das Fleisch nicht über das Wochenende liegt. Womit darf ich Sie denn heute verwöhnen?”
        • “Vielen Dank für Ihre Bestellung. Ab morgen ist Geflügelfleisch wieder im Haus, da wir Montags immer ganz frisch schlachten. Was darf ich Ihnen heute Leckeres anbieten?”
        • “Bei Geflügelfleisch denke ich immer gleich an Hähnchen in Wermut-Sahne-Sauce… hm, lecker! – Sicher haben Sie auch ein ganz leckeres Gericht im Kopf. Da wir Montags immer ganz frisch schlachten, ist Geflügelfleisch ab Dienstag im Angebot – wie wäre es denn mit einem Stück Rinderfilet?”

        Der kleine Unterschied liegt in der positiven Musik

        Erkennen Sie den Unterschied? Statt “NEIN, das geht NICHT!” drehe ich die Antwort ins Positive um. Ich drücke aus, wann es das Produkt wieder gibt und erkläre, aus welchem Grund (absolute Frische, Qualität etc.) es derzeit nicht verfügbar ist. Gleichzeitig biete ich eine Alternative an und zeige damit, dass mir Kundenzufriedenheit wichtig ist. So bleibt die Tür offen, um dem Kunden zumindest am nächsten Tag den Traum vom Hähnchen in Wermut-Sahne-Sauce erfüllen zu können.

        Kundenakquise: Greifen Sie den Stier bei den Hörnern

        8. Oktober 2009 von Ralf R. Strupat

        Kundenakquise“ – allein dieses Wort bereitet vielen Selbstständigen Unwohlsein. Es könnte die Vermutung aufkommen, mit „Kaltakquise“ sei genau dieser Sachverhalt gemeint, doch heute möchte ich mit Ihnen über eine andere Form der Akquise sprechen, bei der Ihnen richtig warm werden soll.

        Den Stier bei den Hörnern packen

        Kundenakquise ist wichtig, um neue Kunden für sich zu gewinnen. Dennoch ist sie ein rotes Tuch, gegen das viele immer wieder „anrennen“. Immer häufiger streiten Unternehmen mit „harten Bandagen“, um beim (potentiellen) Kunden die erwünschte Wirkung zu erzielen.

        Ist Kundenakquise wirklich ein derart hart?

        Im Leben eines Unternehmers gibt es sicherlich leichtere Aufgaben, als einen unbekannten Menschen von seinem Tun zu überzeugen. Ich bin der Richtige, der die schönsten, größten, besten, günstigsten… Sie können sich denken, wie dies beim „Kunden“ ankommt.

        Ich frage mich, wieso Kundenakquise immer als hart verstanden wird. Dabei können Sie es sich sehr viel einfacher machen, einen potentiellen Kunden von sich, Ihrem Produkt oder einer Dienstleistung zu überzeugen: Sind Sie von Ihrem Angebot begeistert, sind es auch Ihre Kunden.

        Zwischen der eigenen Begeisterung und der Kundenbegeisterung besteht natürlich immer ein Unterschied, den ich gern mit einer Kluft oder einen tiefen Graben vergleiche: Mit einer durchdachten Akquise-Strategie lässt sich jedoch viel leichter auf der Woge der Begeisterung reiten, als mühsam gegen „das rote Tuch“ der Kundenakquise anzurennen – und am Ende womöglich abzustürzen.