Archiv für die Kategorie „Kundenservice“

Wann darf ich wieder zum Zahnarzt, Papa?

22. Januar 2010 von Ralf R. Strupat

Wie können Sie es schaffen, dass kritische Kunden zu begeisterten Kunden werden und gerne wieder zu Ihnen kommen? Bei meinem Blogger-Kollegen Steffen Adler habe ich dazu eine wirklich verrückte und gleichzeitig doch so gute Idee gelesen: Ein Kinderzahnarzt, zu dem die Kinder gerne hingehen und sich sogar auf den nächsten Besuch freuen.

Zahnarzt und Begeisterung – ein Widerspruch in sich?

Nur „zähneknirschend“ werden die meisten von uns zum Zahnarzt gehen! Der mindestens einmal jährliche Besuch beim Dentisten ist für viele von uns eine leidige Pflichtübung. Auch wenn das Resultat strahlend weiße und schöne Zähne sein sollen, so löst der Zahnarztbesuch mit Sicherheit keine große Begeisterung aus.

Nach einem Besuch der Zahnarztpraxis für Kinder von Rebecca Otto fragte die Tochter von Steffen Adler ihren Vater „Wann darf ich wieder zum Zahnarzt, Papa?“ Scheinbar hat es der kleinen Patienten in der Zahnarztpraxis so gut gefallen, dass ein erneuter Besuch bei der Ärztin kein Problem darstellt.

Wie Sie bei kleinen Kunden große Begeisterung auslösen können

Wenn Sie sich die Website der Zahnarztpraxis für Kinder ansehen, werden Sie schnell sehen, warum die Kinder so gerne zu Rebecca Otto gehen. Alle Räume sind kunterbunt und liebevoll gestaltet. Im Wartezimmer stehen Bobby Cars für die Kinder zur Verfügung, die Liegen im Behandlungszimmer sind wahlweise in mädchen-rosa oder himmel-blau gehalten. Farbkonzepte, die die kleinen Kunden auf jeden Fall ansprechen und auch bei den Eltern mit Sicherheit für Begeisterung sorgen.

Bunte Eier bei Arminia Bielefeld

4. Dezember 2009 von Ralf R. Strupat

Die Begeisterung für Fußball kennt in Deutschland keine Grenzen. Nach der Fußball-WM 2006 im eigenen Land scheint die Leidenschaft noch einmal gewachsen zu sein. Auf den Zug der Begeisterung sprang auch der jetzige Zweitligist Arminia Bielefeld mit einer einzigartigen Werbekampagne auf, um die eigenen Fans zu motivieren und neue Mitglieder zu finden.

Werbekampagne sorgt für Fußball-Patriotismus

Zugegeben, nach einigen wirklich hervorragenden Spieltagen in der zweiten Bundesliga holte die Bielefelder Arminia aus den letzten drei Partien lediglich einen einzigen Punkt. Für ein Fußballteam, dessen Trainer die Zweitliga-Meisterschaft ausgerufen hat, ist das deutlich zu wenig. Zum Start der Werbekampagne vor etwas mehr als einem Jahr ging es für die Bundesliga-Profis noch um den Klassenerhalt in der ersten Fußballbundesliga.

Die Idee, eine großangelegte Werbekampagne zu schalten, fand ich zunächst etwas verwunderlich, aber als ich die Motive sah, war ich sofort begeistert. Vor allem folgendes Bild hat mir besonders gut gefallen, das angelegt ist an ein Zitat von Torwartlegende Oliver Kahn.

Motiv der Werbekampagne von Arminia Bielefeld

Motiv der Werbekampagne von Arminia Bielefeld

Doch auch andere Zitate sorgen für das eine oder andere Schmunzeln oder regen zum Nachdenken an. „Heimspiel“, „Zähne zeigen“, „Schwarz-Weiß-Blau sind alle unsere Farben“ oder „Wenn schon blau, dann richtig blau“ stand auf einigen Motiven, die an Plakatwänden, Bushaltestellen und Litfass-Säulen in ganz Bielefeld hingen. Eine Übersicht über alle Motive können Sie hier sehen.

Bunte Eier begeistern auch Arminia-Fans

Das bunte Ei sorgt demnach nicht nur für Kundenbegeisterung, sondern auch für eine ganz besondere Fan-Begeisterung. Auch wenn der Abstieg des zu meiner Heimatstadt Versmold nächstgelegenen großen Klubs auch durch die Werbekampagne nicht verhindert werden konnte, so drücken wir der Arminia aus Bielefeld ganz fest die Daumen und freuen uns schon auf neue Motive der tollen Kampagne.

Besondere Mitarbeiterkultur bei „Schlafkultur“

2. Dezember 2009 von Ralf R. Strupat

Muss eine ausgezeichnete Qualität von Produkten und Dienstleistungen immer auch mit einem hohen Preis verbunden sein? Jeder, der einen teuren Neuwagen kauft, kennt die zusätzlichen Angebote. Satte Rabatte oder technische Extras sollen die Autokäufer zusätzlich begeistern. Ein Bekannter erzählte mir kürzlich von seinen nachhaltig positiven Erfahrungen als Student im Bettengeschäft „Schlafkultur“ in Bielefeld.

Ein gutes Bett hat seinen Preis

Mein Bekannter zieht mit seiner Partnerin in die erste gemeinsame Wohnung. Beide sind Anfang 20 und Studenten. Für das erste eigene Heim fehlte den beiden Studenten nur noch ein passendes Bett. „Wie man sich bettet, so schläft man“, sagt ein altes Sprichwort und das dachte sich auch das junge Pärchen. Gemeinsam mit seiner Partnerin sparte er Geld für ein hochwertiges Bett und machte sich auf den Weg nach Bielefeld, um sich vor Ort im Bettengeschäft Schlafkultur beraten zu lassen.

„Der Service hat uns besonders fasziniert“, erzählte er mir später. „Ihre Zufriedenheit liegt uns am Herzen. Wir beraten Sie kompetent und fair. Auf Wunsch auch bei Ihnen zuhause. Fachgerechte Montage, Entsorgung und Umtausch sind für uns selbstverständlich“, haben sich die Inhaber auf ein großes Plakat geschrieben. Dieser Service ist beim gegenüberliegenden großen schwedischen Möbelhaus keineswegs eine Selbstverständlichkeit, wie mein Bekannter und auch ich schon feststellen mussten.

Ein Verkäufer, dessen Beratung nachhaltig wirkt

„Zugegeben, die Preise für Betten, Lattenroste und Matratzen waren uns dann doch zu hoch, aber die Beratung war erstklassig“, erklärte mein Bekannter. Dennoch habe der Inhaber genau die richtige Mischung zwischen Betreuung und Beratung gefunden ohne die beiden Studenten zu sehr einzuengen. „Wir waren total überrascht, wie gut wir beraten wurden, obwohl der Inhaber ja auch unser Alter einschätzen konnte“, erzählte er weiter.

So muss ein Verkaufsgespräch laufen: Auch wenn der Verkäufer eventuell absehen kann, dass er keine Produkte oder Dienstleistungen verkaufen wird, gehört eine gute Beratung zum Kundenservice. Letztendlich steigt damit die Kundenzufriedenheit und auch eine Kundenbindung wird erleichtert, denn: Sobald das junge Paar das nötige Kleingeld hat, weiß es mit großer Sicherheit, wo sie ihre Betten kaufen werden.

Alljährlich steigt bei mir die Unruhe, wenn Weihnachten wieder unbarmherzig näher rückt. Ich mache mir bereits im Sommer und Herbst die ersten Gedanken über geeignete Geschenke – verwerfe diese Ideen dann aber wieder! Das Fest der Feste rückt weiter und weiter vor und dann erlebe ich bereits die ersten Weihnachtskekse, Dominosteine und Lebkuchen in den Geschäften. Ab jetzt wird’s ernst – denn auch die Beschallung in den Geschäften, Fußgängerzonen und Einkaufscentern erzählt mir, dass das wichtigste Fest des Jahres vor der Tür steht!

Und dann ist Douglas immer meine Anlaufstelle. Vor einigen Jahren bin ich auch mal ein oder zwei Tage vor dem Heiligen Abend oder auch direkt an diesem in der Parfümerie gewesen, um noch die Lieblingsdüfte meiner Lieben zu ergattern. Hier kann man zu diesen Zeiten besonders geschäftiges Treiben erleben – Trauben von Menschen zieht es in die Parfümerie, die unterschiedlichsten Gerüche und Düfte ziehen durch den Laden und die Schlange vor der Verpackungsstation wird länger und länger.

Alle warten darauf, dass Ihr Duft, die Gesichtscreme oder das After Shave herrlich weihnachtlich verpackt werden. Und hier wird niemand enttäuscht – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für die Geschenkverpackungen und die bombastischen Schleifengarnituren zuständig sind, sind überaus fleißig dabei und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen!

Immer begeistern mich die schönen Geschenkverpackungen und eigentlich finde ich es sogar richtig schade, wenn diese Pracht zum Fest dann einfach aufgerissen und entsorgt wird. Manches Mal finde ich die Verpackung viel schöner, als den Inhalt …

Begeisterte Besucher in Groß-Aschen

20. November 2009 von Ralf R. Strupat

Heute erzählt uns Frau Doris Wiegmann, Inhaberin des kleinen Bauerncafés Up´n Lanne in Groß-Aschen, zwischen Bünde und Melle gelegen, wie und wann sie ihre Kunden begeistert.

1. Mit welcher Aktion haben Sie zuletzt bei Ihren Kunden für Begeisterung gesorgt?  Was war Ihre erfolgreichste Aktion, mit der Sie sogar neue Kunden hinzu gewonnen haben?

    Unsere Kunden sind jedes Mal wieder begeistert vom schönen Ambiente im kleinen Bauerncafé Up´n Lanne in Groß-Aschen. Der herrliche Kastaniengarten mit seinen über 100 Jahre alten Bäumen lädt gerade an heißen Sommertagen zum Verweilen ein. Hier kann man es sich bei Kaffee und leckerem Kuchen so richtig gut gehen lassen. Die frische Landluft tut gut und es ist ein leichtes, sich vom Alltagsstress zu erholen. Meine Gäste sind hauptsächlich Stammgäste, die ich in den Sommermonaten sehr oft im Café begrüßen kann. Viele von ihnen kommen mit dem Fahrrad; das liegt ja auch nahe, denn der Else-Werre-Radweg ist nur ein paar hundert Meter von unserem Hof entfernt. Außer dem normalen Café-Betrieb am Wochenende organisieren wir auch Familienfeste jeglicher Art. Z. B. kann bei uns ein Geburtstags-Kaffee-Trinken oder auch ein Grillabend stattfinden. Seit dem wir diese Art Events mit anbieten, sind wir in den Sommermonaten ziemlich ausgebucht.

    2. Wann wurden Sie persönlich zuletzt als Kunde begeistert?

    Vor ein paar Tagen habe ich meinen Geschenkgutschein vom letzten Weihnachtsfest, den mir meine Töchter geschenkt hatten, eingelöst. Es war herrlich; ein ganzer Tag entspannender Wellness – ich habe mich rundum wohl gefühlt und konnte so richtig relaxen. Danach habe ich mich wie neu geboren gefühlt! Ich bin total begeistert von diesem Angebot und werde mir auch in Zukunft den einen oder anderen Tag dafür freihalten. Das lohnt sich wirklich – danach hatte ich wieder richtig Kraft, um neue Dinge anzugehen.

    3. Wie begeistert sind eigentlich Ihre Mitarbeiter? Glauben Sie, dass Sie durch eine erhöhte Mitarbeitermotivation noch mehr Kunden an sich binden könnten?

      Meine fleißigen Mitarbeiterinnen sind meine Töchter, die hier im Café zu jeder Zeit mithelfen und organisieren. Sei es der Einkauf, Dekoration der Tische oder die Organisation in der Küche – ohne meine Töchter würde ich die ganze Arbeit im Café nicht schaffen. Sie sind zusätzlich auch im Service tätig und wenn alles wie am Schnürchen läuft, sind wir alle hochmotiviert und dann macht die Arbeit auch richtig Spaß! Unsere Kunden wissen, dass das Cafe´ „Up´n Lanne“ ein Familienbetrieb ist; sie schätzen den guten Service, die kleine, aber feine Speisen- und Getränkekarte und den persönlichen Kontakt zur Familie.

      4. Lassen sich Kunden in Zeiten der Krise leichter begeistern, oder muss man sich als Unternehmer zurzeit mehr einfallen lassen? Gibt es bei Ihnen Strategien, in der Krise neue Chancen zu erkennen und zu nutzen?

        Wir merken von der derzeitigen Krise nichts oder wenn, dann nur sehr wenig. Fahrradfahrer, die am Wochenende unterwegs sind, wollen immer irgendwo einkehren und etwas essen oder trinken. Bei uns finden Sie faire Preise, frisch zubereitete Speisen, gekühlte Getränke, einen netten Schattenplatz unter dem Blätterdach der alten Kastanien und immer auch den freundlichen Service. Wir kümmern uns um die Wünsche unserer Gäste – und das spüren diese auch. Wer einmal bei uns zu Gast war, der wird auch wiederkommen!

        Wärmende Decke für die Kunden

        18. November 2009 von Ralf R. Strupat

        An welchen Kundenservice erinnern Sie sich am besten? War es ein positives oder negatives Erlebnis? Und warum bleibt es in Ihrer Erinnerung hängen? Kundenservice ist so ein allgemeines Wort, deswegen möchte ich Ihnen heute ein paar Beispiele nennen, wie Sie einen bleibenden positiven Eindruck hinterlassen.

        Wie Sie die engagiertesten Mitarbeiter für besten Kundenservice finden

        Pünktlich zum Karnevalsanfang am 11. November zeigte ich gemeinsam mit Silke und Henry Brockmeyer, wie der Funken der Begeisterung auf die Kunden überspringt, ohne einen Großbrand entzünden zu müssen. Das Ehepaar Brockmeyer betreibt in Halle/Westfalen ein Gartencenter. Mitte August eröffneten Brockmeyers – trotz der allgemeinen schwierigen wirtschaftlichen Lage – ein zweites Gartencenter in Detmold. Besonders spannend war die Herausforderung, die motiviertesten Mitarbeiter zu finden. Doch das erfolgreiche Unternehmer-Ehepaar hat es mit einer langfristigen und nachhaltigen Strategie geschafft. Das Stichwort lautete hier: Kundenservice!

        Antworten auf Kundennachfragen wie „Kein Problem“, „Eigentlich müssten…“, „Nicht schlecht…“ und „Aber“ gehören beim Kundenservice in die Mottenkiste. Schließen Sie diese Begriffe gut weg, Sie brauchen diese nie wieder! Viel wichtiger sind die sieben großen „F“ aus meinem Begeisterungsbuch Das bunte Ei:

        • Finden Sie geeignete Mitarbeiter mit einem entsprechenden Auswahlverfahren
        • Fördern Sie neue Mitarbeiter und unterstützen Sie deren Fortbildung
        • Fordern Sie Ihre Mitarbeiter indem Sie ihnen Aufgaben und Eigenverantwortung übertragen
        • Feedback und Rückmeldungen helfen Ihnen bei der Kontrolle und Ihren Mitarbeiter bei der Weiterentwicklung
        • Fairness ist in einem erfolgreichen Unternehmen absolut wichtig, niemand wird bevorzugt oder benachteiligt
        • Feuern Sie Ihre Mitarbeiter an und begeistern Sie Ihre Mitstreiter oder feuern Sie unpassende Mitarbeiter schnell, statt Sie jahrelang mit herumzuschleppen
        • Feiern Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern und haben Sie Spaß

        Befolgen Sie diese ersten Tipps, werden Sie schnell erleben, wie aus einem durchschnittlichen und verwechselbaren Kundenservice eine Dienstleistung wird, die Ihre Kunden so schnell nicht vergessen werden. Oder um es mit den Worten von Henry Brockmeyer zu sagen: „Kundenservice ist wie eine warme Decke in der kalten Winterzeit. Wir vergessen keinen Menschen, der uns eine solche Decke freundlich überreicht.“

        Strupat

        In einem Meer von farbenprächtigen Blumen zeigte ich gemeinsam mit Henry und Silke Brockmeyer, wie Unternehmen nicht nur ihre Kunden, sondern auch die eigenen Mitarbeiter begeistern können. Auch die Bürgermeisterin der Stadt Halle, Anne Rodenbrock-Wesselmann war begeistert.

        Das Internet hat unser Leben verändert – keine Frage! Sie können die große Welt virtuell bereisen, Kontakte in der ganzen Welt knüpfen und Sie können online einkaufen gehen. Das Börsenblatt schreibt in seiner Onlineausgabe vom 17. November 2009, dass in diesem Jahr mehr als ein Fünftel aller Deutschen im Internet Geschenke kaufen wollen. Doch wo können Sie noch in allerletzter Minute online einkaufen gehen?

        Amazon bietet ansprechenden Service-Versand

        Der Online-Händler Amazon startete 1995 als reiner Online-Buchhändler. Inzwischen können Sie einfach ALLES bei Amazon kaufen. Seit einem Jahr bietet der Online-Händler einen neuen Versandservice an – Amazon Prime. Für einmalig 29 Euro bekommt man ein Jahr lang alle Artikel auf dem Expressweg zugeschickt und das auch noch versandkostenfrei.

        Doch das Thema Amazon Prime ist nicht unumstritten. Im Blog Neunzehn72 beschreibt der Autor folgendes Problem: Bevor es Amazon Prime gab, bekam er als normaler Kunde nahezu alle Artikel ebenfalls am nächsten Tag geliefert – ganz ohne Zusatzkosten. Heute bräuchten die Artikel automatisch einen Tag länger. Lässt Amazon die Pakete und Sendungen somit in einer Extra-Warteschleife kreisen? Nicole Simon ist hingegen begeistert vom Service und bezeichnet Amazon Prime als Versandkosten-Flatrate.

        Vor- und Nachteile von Amazon Prime

        Einige Kommentare in Weblogs kritisieren die vermeintliche Abzocke von Amazon, die zahlende Kunden bevorzugen. Andere Autoren, wie Nicole Simon, loben Amazon dagegen für zügige und kostenlose Lieferungen bis ins entfernte entfernteste Dörchen. Für mich besteht der größte Vorteil in der schnellen Lieferung – auch noch für Bestellungen am 23. Dezember. Was denken Sie über den Service Amazon Prime? Welche Versandhändler im Internet begeistern Sie durch besonders schnelle Lieferung oder guten Service? Schreiben Sie mir, ich freue mich auf Ihre Nachrichten.

        Kundenservice und Selbstverständlichkeiten

        10. November 2009 von Ralf R. Strupat

        Der Werbetherapeut möchte nicht als WARE, sondern als GAST behandelt werden. Zu recht, wie ich finde. In einem aktuellen Beitrag berichtet der Österreichische Marketing-Fachmann von seinen Erfahrungen im Hotel-Gewerbe. Ich zitiere:

        “Ich habe kein einziges Mal erlebt, dass der Hotelier oder die Hotelangestellt auch nur ein einziges mal nach der Reise- oder der Autofahrt oder was auch immer gefragt hätte. Kein einziges Mal, wie kommen Sie auf unser Hotel, oder sonstigen Small Talk. Nichts, aber auch gar nichts persönliches. Ich fühle mich als Gast nie wirklich WILLKOMMEN! Ich bin Ware und die muss “untergebracht werden”. Basta!”

        Alois Gmeier schildert weiter, wie er beim Oktoberfest in München in einem 4****-Hotel eincheckte und sich gerne vor der Wies’n noch kurz umziehen wollte. Seine 9-jährige Tochter im Schlepptau. Leider war sein Zimmer noch nicht bezugsfertig, kann passieren. Doch dass der einzige Ort zum Kleiderwechsel die Toilette im Untergeschoss sein soll, erscheint mir mehr als fraglich.

        LÖSUNGEN sehen anders aus. Dabei empfinden viele aus dem Gastronomie- und Hotelgewerbe eine freundliche Begrüßung, ein Schokolädchen auf dem Kissen und frische Blumen auf dem Zimmer schon als besonderen Kundenservice. Dem muss ich eindeutig widersprechen:

        Alle Maßnahmen, die einem Gast (!) den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen und ihm das Gefühl vermitteln, willkommen zu sein, sind kein Kundenservice. Es sind SELBSTVERSTÄNDLICHKEITEN!

        Bitte entscheiden Sie kurz: Kundenservice oder selbstverständlich?

        • Freundliches Lächeln am Empfang, herzliche Begrüßung
        • Koffer aufs Zimmer bringen, den Gast begleiten
        • Sauberes und nett dekoriertes Zimmer
        • Kostenfreier Internetzugang auf dem Hotelzimmer
        • Weckruf-Service am nächsten Morgen per Telefon
        • Nachfragen, wie es dem Gast geht und ob er noch weitere Wünsche hat

        In meinen Augen sind diese Bereiche alle selbstverständlich, kein besonderer Kundenservice. Schließlich zahlt der Gast, Gast sein zu dürfen. Und als Gast hat er ein Anrecht auf Gastlichkeit. Beispiele für Kundenservice gefällig, wie ich sie in einigen Hotels schon erlebt habe?

        • Zur Begrüßung ein Glas Sekt oder Orangensaft beim Einchecken
        • (Kostenfreie) Massage im Wellness-Bereich
        • Sonnenbrillen und Sonnenmilch auf der Dachterasse, wenn die Sonne scheint
        • Aktuelle Fernseh-Zeitschrift sowie eine Auswahl an Tageszeitungen auf dem Zimmer
        • Empfehlungen für Ausflugsziele bzw. Ideen zur Abendgestaltung (oder sogar die Organisation eines Programms für den Abend oder nächsten Tag)

        Wer heutzutage Kunden VERBLÜFFEN und BEGEISTERN möchte, darf sich nicht mit Selbstverständlichkeiten aufhalten. Freundlichkeit ist eine Tugend, kein Service. Lassen Sie sich etwas einfallen, um Ihre Gäste zu VERWÖHNEN und den Aufenthalt GENIESSEN zu lassen. Dann wird sich auch Herr Gmeiner bald nicht mehr als Ware, sondern als willkommener Gast fühlen.